Tag 10

Heute sieht es wieder nach einem schönen Tag aus. Es wird zwar von Tag zu Tag kälter, aber solange es trocken bleibt und ab und an die Sonne rauskommt ist alles bestens. Wir fahren heute an der Westseite von Loch Ness entlang und halten natürlich Ausschau nach Nessi,  gehören aber auch zu den vielen Menschen, die es nicht gesehen haben. Natürlich ist Loch Ness auch ohne das Ungeheuer sehenswert und erstreckt sich in der Länge auf ca. 117 km. Wenn kein Seeungeheuer, dann eben die Besichtigung eines Schlosses, diesmal Urquhart Castle. Zumindest das, was davon übrig ist. Es steckt auch hier wieder eine sehr interessante Geschichte dahinter. Keine Sorge, die werde ich jetzt nicht kundtun. Wir fahren weiter und finden wieder sehr schöne Strecken in Richtung Fort Williams, weil wir heute noch einen Versuch starten, den Glen Coe zu sehen, diesmal natürlich von der anderen Seite. Es läuft alles wie geschmiert und da ist er, der Glen Coe! Wir sind total überwältigt und froh, dass wir den zweiten Versuch gestartet haben. Nun machen wir noch einen Abstecher zum Glen Evite, den wir über 16 km Single Track Road erreichen, die wir auch wieder zurück müssen. Auch hier ist die Landschaft wieder wunderschön und das Farbenspiel im Himmel ebenso. Markus hat an einer Baustelle von Waldarbeitern Bekanntschaft mit einem Dobermann gemacht, der dachte, gehen wir mal auf Biker Jagd. Dank Funke war ich klar im Vorteil und hab den Arbeiter gebeten, seinen Hund wegzusperren, was er auch sofort getan hat. Somit konnte ich entspannt weiter fahren, während Markus sich wohl noch etwas von seinem Schrecken erholen musste. Da es nun schon recht spät ist, entscheiden wir uns, uns in Richtung Edinburgh zu halten und steuern den nächsten Campingplatz an. Es sieht nach Regen aus, also schnell das Zelt aufbauen, Abendessen kochen und gut. Wir sitzen noch ein Weilchen draußen und unterhalten uns mit einem alten Herren, den ich erst mal kaum verstehe und er mich genauso wenig, weil ich so gut Englisch spreche, dachte ich, aber Englisch und "schottisches Englisch" sind echt zwei paar Schuhe. Als wir beide das raus haben sind meine Zweifel an meinen Sprachkenntnissen verflogen und die Unterhaltung geht voran. Es stockte zwischendurch nur, weil der gute Mann nach deutschen Worten suchte, deren er vor 40Jahren mal mächtig war, weil er in Köln bei der Airforce stationiert war. Ich erzählte ihm, dass wir vorhaben, morgen nach Edinburgh zu fahren und er fragte entsetzt: "Why?" was wir denn dort wollten, so eine groß Stadt wäre doch entsetzlich. Wir sollen doch in die andere Richtung fahren, das wäre viel schöner. Ich sagte ihm, dass wir aus dem Norden kämen und so langsam in Richtung Heimat fahren müssten, da hat er uns verziehen. Jedenfalls finden wir ihn nächstes Jahr am selben Ort und sollen ihn besuchen. Und belehrt wurden wir zum Abschied auch noch kurz: es heißt nicht Edinburgh sondern Edinborough. Also planen wir für morgen die Fahrt nach Edinborough, oder?

 

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