Tag 13

Um 10:15 fahren wir gut gestärkt los und halten uns Richtung Süden. Allerdings sieht Süden heute ziemlich dunkel aus. Nach ca. 150 km haben wir Schottland verlassen und treiben uns nun in England herum. Es versteht sich natürlich von selbst, dass gute Biker nur Landstraßen fahren. Wider Erwarten ist die Landschaft hier in England ebenfalls sehr, sehr schön. Wir fahren durch einige Nationalparks und genießen die Landschaft mit dem schönen Farbenspiel, da das Wetter mal so typisch englisch ist. Von Sonne zu Regen und einige Minuten später wieder die Sonne. Gegen 17:00 Uhr fangen wir an, nach einem Campingplatz Ausschau zu halten, müssen aber feststellen, dass die hier nicht so häufig zu finden sind. Die Fahrerei wird für mich langsam echt anstrengend, da ein ziemlich useliger Wind aufkommt und es nun konstant regnet. Ich gebe mir also echt Mühe, keine schlechte Laune aufkommen zu lassen, während ich mit dem verdammten Wind kämpfe, der irgendwie dauernd die Richtung wechselt. Besonders der Seitenwind macht mir zu schaffen. Weit und breit ist kein Campingplatz  in Sicht und die Tankanzeige bewegt sich immer mehr in Richtung Reserve. Na klasse, Tankstellen gibt es genauso wenig und wenn eine zu sehen ist, ist sie schon geschlossen. In Kettlewell, das befindet sich im Bezirk Yorkshire, finden wir eine Tankstelle, wo noch jemand zu sehen ist. Der gute Mann ist allerdings auch gerade im Begriff abzuschließen. Inzwischen ist es schon 18:30. Er fragt, wo wir denn hinwollen und teilt uns mit, dass alle Tanken hier schon zuhaben. Nachdem er Markus Tankanzeige sieht, die ansagt, noch 16 km bis Ende, hat er ein Herz und macht die Zapfsäule noch einmal auf. Das fanden wir natürlich echt klasse. Er meinte, das er uns ja so nicht stehen lassen kann. Es wurde schnell mit Karte bezahlt und glücklicherweise gab es anderthalb Meilen weiter auch noch einen Campingplatz mit dem schönen Namen Wood Nook. Die Rezeption war auch hier natürlich nicht mehr besetzt, aber als wir ankamen, kam ein ganz liebes Ömchen aus dem Haus und hat uns geholfen. Sie sagte uns schnell wo wir uns ausbreiten können und wo Toiletten etc. sind und fragte, ob es für uns ok wäre, morgen zu bezahlen, da sie mit den Preisen überfordert war. Wir waren froh ein Plätzchen gefunden zu haben und wollten die alte Dame nicht weiter belasten. Also schnell Zelt aufschlagen und ab ins Trockene. Nachdem wir das erledigt haben, hat mein Campingmaster schnell ein leckeres Abendessen gezaubert, das wir mit einem Tässchen Rotwein zu uns genommen haben. So, alles ist gut. Nun können wir uns in unsere Schlafsäcke begeben und den Tag abschließen.

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