Samstag, 25.07.2015

Heute morgen starten wir noch mit ein wenig Sightseeing und das sogar bei tollem Wetter und dann müssen wir uns um eine Fährverbindung nach Tallinn kümmern. Wir schauen uns die weiße Kirche an, die fußläufig schnell zu erreichen ist. Danach bummeln wir noch über den Hafenmarkt und gönnen uns eine kleine Ausszeit. Ich erspähe einen Terminal und wir ziehen schnell noch los, um zu fragen wann eine Fähre geht. Ich sage mein Sprüchlein auf Englisch auf und die Dame meint, für 75,-€ könnten wir um 16:00 Uhr starten. Wir freuen uns über den Preis und schlagen direkt zu. Als man uns erklärt, wo wir einchecken sollen, kommt uns das etwas komisch vor, weil das irgendwie mit den Motorrädern nicht passt und ich frage lieber noch einmal nach. Die Dame am Terminal hat mich falsch verstanden und Bikes (Fahrräder) gebucht.... somit erklärte sich dann auch der Preis. Also zurück marsch, marsch! Dafür haben wir aber Info's bekommen, wo die richtigen Fähren abgehen. Da wir um 12:00 Uhr das Zimmer räumen müssen, bleibt nicht all zu viel Zeit und wir machen uns auf den Rückweg und checken pünktlich um zwölf aus. Dank Navi sind wir schnell am richtigen Dock. Wir können dort direkt die Tickets kaufen und um halb zwei legen wir ab. Nach zwei Stunden erreichen wir Tallinn und flüchten erst einmal aus der Stadt, weil ziemlich viel los ist. Die Suche nach einem Campingplatz gestaltet sich mal wieder schwierig, weil weit und breit kein Schild zu sehen ist. Im Navi wird ein Platz angezeigt, den wir dann auch ansteuern. Es ist ein sehr schönes Plätzchen im Naturschutzgebiet auf dem Privatgrundstück. Manko..... es gab nur ein Plumpsklo! Dafür stand eine große überdachte Hütte da, die uns bei eventuellem Regenschauer, nicht das wir mit Regen rechneten, Schutz bieten würde. Also, Zelt aufbauen und abwarten ob jemand vorbei kommt. Einige Zeit später kam ein Wagen vorbei und eine ältere Dame kam recht resoluten Schrittes auf uns zu. Wir machten uns schon Sorgen, etwas Falsches gemacht zu haben, aber es stellte sich heraus, das die Dame sehr nett ist. Sie war überrascht, Gäste zu haben. Es ist wahrscheinlich nicht die Hölle los, da der Platz sehr versteckt ist. Nachdem das "Business" geklärt ist, 4,-€ für's campen incl. Dusche pro Kopf, machen wir uns ans Abendessen. Inzwischen haben wir uns einen geeigneten Pipiplatz im Freien gesucht und hofften beide, kein größeres Geschäft verrichten zu müssen. Unter dem Dach erspähten wir noch ein Schwalbennest mit 5 Jungvögeln, die gefüttert werden wollten. Das war super schön zu beobachten. Den abend beendeten wir bei trockenem Wetter und einer sehr idyllischen Umgebung, wunderschön.


Sonntags, 26.07.2015

Der Tag beginnt, wie meißtens, mit Reeeegen! Gelinde ausgedrückt finden wir das ziemlich zum Kotzen! Es ist zwar nicht kalt aber das ist trotzdem Mist. Markus und Isa immer noch auf der Suche nach dem Sommer. Unser überdachtes Haus kommt jetzt natürlich perfekt und wir machen es uns erst einmal gemütlich. Frühstücken, neu organisieren, der Tisch ist ja groß genug um alles auszubreiten und dann mal unter die Dusche. Diese befindet sich oben im Haus bei der netten Dame und ich mache den Vortester. Ich werde herzlichst empfangen und zur Dusche geleitet. Diese ist supi und scheint das private Badezimmer zu sein. Nachdem Markus seine Dusche ebenfalls erledigt hat fangen wir endlich mal an abzubauen. Das Zelt konnte inzwischen wieder antrocknen, weil es aufgehört hat zu regnen. um halb drei kommen wir endlich los, das ist bis jetzt Bestzeit! Wir wollen heute noch den "Peipsi-See" erreichen, der halb zu Estland gehört und die andere Hälfte zu Russland. Wir finden wieder mal keine Campingplätze, was uns wundert, da es eine sehr schöne Gegend am See ist. Der erste Campingplatz gefällt uns nicht und danach kommt Ewigkeiten wieder nix. Irgendwann sehen wir ein Schild und biegen auf einen Schotterweg ein. Mal sehen, was uns erwartet. Wir sind sehr überrascht, als wir ein sehr schönes Anwesen vorfinden. Und.....es befindet sich direkt am See. Wir sind zufrieden mit dem Platz, auch wenn uns schon wieder ein Plumpsklo erwartet und bauen unser Lager auf. Außer uns ist bis jetzt nur noch ein hölländisches Pärchen da. Wir genießen die Ruhe und den tollen Blick auf den See, der uns später noch einen wunderschönen Sonnenuntergang beschert.

Montag, 27.07.2015

Irgendwann gestern abend wurde es wieder ruhig, es kam noch eine Familie an, die Spaß daran hatten, ihren Kofferraum auf und zu zu machen und das war zwischendurch ein wenig nervig. Nachdem die dann auch müde waren und endlich alle ihre Plönten aus dem besagten Kofferraum geholt hatten, konnte eine ruhige Nacht beginnen. Heute morgen wurde ich Stabsmajor mäßig geweckt! Markus hat versucht möglichst leise zu sein, damit ich noch ein wenig schlafen kann aber der Alte von nebenan hat seine Kinder geweckt, mit einer Lautstärke, die nicht feierlich war. Egal, viertel nach sieben, Feierabend mit schlafen. Schön war, das mein Schatz unten am See mit fertigem Kaffee saß und auf mich gewartet hat, somit hab ich den Major schnell vergessen. Das kurzfristig schöne Wetter motiviert und wir sind schnell fertig mit packen. Wir machen uns auf nach Cesis, wo wir ein Hotel ansteuern um morgen mal eine Pause zu machen. Das "Kollonia" macht einen sehr guten Eindruck und ist im Verhältnis auch günstig. Die Fahrt nach Cesis war richtig schön. Das Wetter hat mitgespielt, also kein Regen, die Landschaft war sehr schön und wir haben jede Menge Störche gesehen. Auf fast jedem Mast war ein Storchennest mit Paar zu sehen und auf den frisch gepflügten Feldern waren 20 bis 30 Störche zu finden. Mancher Stadtmensch sieht in seinem Leben nicht ein Storchennest und schon garnicht mit Bewohnern und Jungvögeln, die gerade flügge werden. Das ist ein Anblick, den man echt genießt! Abends im Hotel haben wir es uns gut gehen lassen, sind noch in die Altstadt um zu abend zu essen, was im Gegensatz zu Norwegen echt günstig ist und haben dann unser eigenes Badezimmer und ein gemütliches Bett in Anspruch genommen.

Dienstag, 28.07.2015

Nach einer sehr guten Nacht begeben wir uns in den Frühstücksraum und genissen es, alles vorgesetzt zu bekommen. Heute ist Sightseeing angesagt. Das Wetter ist im Moment super und wir können in kurzer Hose und T-Shirt raus, herrlich! Unser Hotel liegt direkt an der alten Ordensburg, von deutschen Ordenrittern erbaut und dem neu erbauten Schloss. So Ruinen zu begehen macht echt Spaß, ich bin mit einer Laterne bewaffnet, weil der Aufgang im Turm wohl stockduster sein soll. So war es auch, mit dem Laternchen war es zwar auch nicht wirklich hell aber als Markus sein Handylicht anmacht find ich das echt unromantisch und das Fernlicht wird wieder ausgeschaltet. Das neue Schloss ist eher wieder ein Museum, auch nicht uninteressant aber Ruinen sind besser. Anschließend gehen wir weiter in die Altstadt, begutachten noch die St. Johns Kirche und gönnen uns einen kleinen Happen zur Stärkung. Auf dem Rückweg gehen wir noch einmal in den Park hinter dem Hotel, wo ein schwarzes Schwanenpaar lebt, was ich fotografieren muß. Leider zieht sich der Himmel wieder zu und wir machen uns auf in unser Zimmer wo ich den bereits begonnenen Regen einfach wegschreibe. Irgendwann siegt die Müdigkeit und wir machen Feierabend für heute.

Mittwoch, 29.07.2015

Nach einer guten Nacht und einem guten Frühstück wollen wir durchstarten und die Geschichte: "Markus und Isa suchen den Sommer" ist leider immer noch nicht vorbei. Wir wollen heute nach Litauen, um morgen den Berg der Kreuze zu besuchen. Die Fahrt ist mal wieder relativ langweilig, das ändert sich, als wir kurz durch "Riga" fahren. Die fahren hier wie die Geistesgestörten, aus einer Spur werden zwei gemacht, in der Baustelle überholen? Na klar, kein Problem und schön ist das was wir von "Riga" sehen auch nicht. Also geht es weiter und die Regengüsse steigern sich bis zum Gewitter. Es ist zum kotzen. Wir fahren bis "Siauliai", wo wir recht zentral für den Berg der Kreuze übernachten. Der Himmel ist heute abend aufgebrochen und wir können noch ein wenig Abendsonne genießen.Es ist noch ein Hamburger Paar hier aufgetaucht, mit denen wir uns sehr gut unterhalten. Die Zwei sind auch schon viel rum gekommen und es ist super interssant, sich mit solchen Personen zu unterhalten. Das ist eben Camping, bei Hotelurlaub ist das nicht die Regel. Nach zwei AKB's trinken wir jetzt noch einen leckeren Rotwein und dann geht es ab in die Schlafsäcke.

Donnerstag, 30.07.2015

Heute fahren wir zuerst zum "Kryziu Kalnas", dem Berg der Kreuze. Dieser Berg liegt in der kurischen Nehrung und seit der Zarenzeit stecken dort Pilger Kreuze in den Boden oder hinterlassen andere christliche Gegenstände. Inzwischen kann niemand mehr zählen, wieviele Symbole hier angebracht sind. Auch wir stecken ein Kreuz für unsere Verstorbenen in den Boden. Wenn man diesen Hügel beschreitet, dann ist das schon bewegend. Weiter geht es Richtung "Vilnius". Wir besuchen den Hügel Bernotai, der seit 1989 die geografischeMitte Europas markiert.So, nun waren wir am westlichsten, am nördlichsten Punkt und in der Mitte Europas, fehlen nur noch der Süden und der Osten. Wir lassen Vilnius hinter uns und suchen die letzte Schlafstätte im Baltikum auf. Es ist ein sehr schöner Campingplatz mitten im Wald, der von einem Niederländer betrieben wird. Als wir dort ankommen, winkt er uns direkt in eine bestimmte Ecke. Wir dachten schon, daß Zelte wieder in die hinterste Ecke verfrachtet werden aber dem war nicht so. "Wim", so heißt der Betreiber, hat eine spezielle Ecke für Biker. Eine überdachte Terasse, auf der man auch sein Motorrad parken kann, wenn es regnet und ein kleines Häuschen, wo es warm ist bei kälteren Abenden. Echt gemütlich. Wir bauen auf und breiten uns am Tisch aus, um den abend in Ruhe ausklingen zu lassen. Morgen früh schreiben wir dann auch noch unser Sprüchlein an die Wand im kleinen Häuschen, so wie es viele Biker vor uns getan haben.


                                               weiter geht's mit Polen