Anreise 02.06.2015 bis 05.06.2015


Es ist soweit, unser Plan? Starten am Dienstag 02.06.15.


Montag:


Markus packt die Motorräder was das Zeug hält und Isa dreht die Wohnung auf links.Abends nur noch den Kleinkram sortieren, Papiere etc. und dann wäre es geschafft.Von wegen!! Es ist noch viel zu viel unterzubringen, was nun? Kurze Lagebesprechung und Abfahrt auf Mittwoch verlegt. Alles kein Problem, da die Fähre in Dänemark erst am 06. Juni ablegt.Wir entspannen uns erst einmal und gehen noch runter zu unseren Freunden um eine Runde zu grillen und ein Bierchen zu trinken. Alt werden wir allerdings nicht weil wir fertig sind wie Hupe.Wir hätten nicht gedacht, das nach einem guten halben Jahr Vorbereitung das eigentliche packen und verstauen so anstrengend sein kann. Egal! Dienstagmorgen das Ganze noch einmal, alles wieder aus- und umpacken und dann ist es geschafft! Was wir jetzt vergessen haben fehlt halt und wird ggf. unterwegs besorgt. Noch einen gemütlichen Abend verbringen und früh ins Bett.


Von Vorfreude kann man nicht wirklich sprechen, da wir beide einen dicken Knoten im Magen haben.





Mittwoch:


Wir lassen es noch recht gemütlich angehen und um 10:30 starten wir dann endlich durch. Erst einmal einige Kilometer Autobahn gen Norden um weg zu kommen. Wir landen für die erste Übernachtung in Büsum auf einem netten Campingplatz direkt am Meer. Erst mal Zelt aufbauen und ein AKB bei sehr schönem Wetter.

Freitag:


Es ist schönes Wetter und wir lassen es wieder ganz gemütlich angehen, da wir ja gut in der Zeit sind.Es sind noch ca. 180 km bis Hitshals Hafen. So gegen 12:00 geht es dann wieder recht unspektakulär los. Ich habe meinen ersten Schotterweg mit Bravur überstanden. Der Rest ist eher wieder langweilig zu fahren, weil kaum was Interessantes zu sehen ist. Um 15:30 erreichen wir den Hirtshals Campingplatz. Schnell alles aufbauen und ab ins Städtchen um ein Stück Fleisch zu kaufen….wir haben ziemlich Hunger! Das Essen bekommen wir noch im Trockenen hin und da zieht es sich zu und wir müssen uns ins Zelt verziehen. Doch wir haben Glück und es hört auf zu regnen, so dass wir doch noch einmal an den Strand gehen können. Ein wenig Bewegung schadet ja nicht. Und wer hätte das gedacht, aus dem kurzen Strandspaziergang wurde eine Exkursion ins Bunker Museum. Vom Strand  aus konnte man oberhalb einen Bunker erkennen und nix wie hin. Es entpuppte sich als komplette Bunkeranlage der 10. Batterie und erinnert an die Besetzungsjahre 1940-1945. Es war schon sehr interessant durch die 3,5km langen Laufgräben zu spazieren und jede Menge verschiedene Bunker, Kanonen und Maschinengewehrstellungen zu inspizieren. Irgendwann kamen wir dann am Leuchtturm raus von dem aus man über die gesamte Festungsanlage schauen kann. Echt Wahnsinn, was da gebaut wurde.


Fazit, ein sehr interessanter und lehrreicher Abend. Während des ganzen Ausflugs hatten wir Glück mit dem Wetter, kaum am Zelt angekommen fing es wieder an zu regnen und das hielt die ganzeNacht an. Da war er, unser Vorgeschmack auf sehr „abwechslungsreiches“ Wetter!



Überfahrt nach Island 06.06.2015 bis 09.06.2015


Guten Morgen Hirtshals, es regnet leider immer noch. Da wir aber Zeit haben bis 12:00 Uhr den Platz zu verlassen entspannen wir uns erst einmal und nehmen das Umpacken der Taschen in Angriff.

Bei den letzten Überfahrten hatten wir zu viel Gepöngel am Start und wollen es diesmal optimieren.

Eine große Tasche mit allen Klamotten plus Tankrucksäcke….das muss reichen!

Das Wetter bessert sich im Laufe des Vormittags und somit sind wir gut in der Zeit mit dem Abbau und der Packerei der Motorräder. Um 11:45 Uhr geht es los, die 2 km bis zum Hafen sind schnell erledigt und pünktlich werden die Pforten geöffnet. Unsere zwei Bekanntschaften vom Campingplatz, Claudio aus Venedig und Andreas aus Münster sind auch schon da und so können wir uns noch mit Quatschen die Zeit vertreiben. Claudio ist ein extrem entspannter Typ und serviert uns erst einmal wieder einen Espresso, den er mal eben neben seiner Maschine aufbrüht. Tja, was so ein echter Italiener ist, der verzichtet auf alles, nur nicht…..auf seinen Espresso!

Die Zeit vergeht ruckizucki und wir können auf die Fähre. Meine ursprüngliche Angst vor Fährenauffahrten ist inzwischen komplett verflogen und ich fahr ganz entspannt auf den mir zugewiesenen Platz und harre der Dinge die da kommen. Nämlich…. die  Befestigungsaktion der Motorräder von Markus. Das ist immer wieder ein Highlight. Vorsicht ist natürlich besser als Nachsicht aber mein Schatz macht daraus immer einen Staatsakt! Da ich das schon kenne bleibe ich cool und schmunzle darüber.

Nun ab in die Kabine, schnell das Schiff inspizieren und ab geht die Fahrt mit Aussicht vom Deck, wo wir inzwischen mit strahlendem Sonnenschein verwöhnt werden.

Noch ist alles gut, erst mal ein Bierchen und ein paar Leute kennenlernen. Allzu lange hält die gute Laune aber nicht an, weil mir der Seegang nicht bekommt und ich mich leider ins Bett legen muss um den Mist durchzustehen. Aber wie hätte es auch anders sein sollen, ist Mückenalarm nehmen sie die Isa, ist Kotzalarm auf`m Schiff bekommt´s die Isa! Ich muss scheinbar immer hart im Nehmen sein sonst wird es ja langweilig. Leider hält mein Zustand die nächsten 2 Tage an. Besserung ist erst in Sicht als wir auf den Färöer Inseln anlegen und einige Stunden Zeit haben um an Land zu gehen.

Wir nehmen Andreas mit ins Schlapptau und machen erst einmal einen Spaziergang durch Städtchen morgens um sieben. Die Geschäfte machen hier aber leider erst um zehn auf. Egal, ich bin für marschieren und mit meinem Zustand geht es radikal bergauf.

Die Häuser auf der Insel haben sehr oft Grasdächer und wir fragen uns, wie das denn wohl gepflegt wird? Da es keine Flachdächer sind fällt der Rasenmäher wohl flach, oder? Es dauerte nicht lange und wir wussten wie es funktioniert.

Wieder auf der Fähre starten wir mit 2 Stunden Verspätung, weil ein Schornstein repariert werden musste und die Jungs nicht pünktlich fertig waren. Ich bin guter Dinge, das die See ruhiger wird weil die letzten Stunden Richtung Färöer Inseln recht entspannt waren. Haha, wir bekamen die Info, das die nächste Nacht mit Wellen zwischen 7 und 8 Metern Höhe auf uns zukommen sollte. Mein Gesicht sprach Bände….also erst mal ein paar Bierchen, wovon mir schlecht wird ist dann wohl egal.

Erstaunlicherweise war das die beste Nacht, was meine Übelkeit betraf, die ich auf der ganzen Überfahrt hatte. Nachts sind zwar die Klamotten durch die Kabine geflogen aber mir war nicht übel!

Chaos war überall auf dem Schiff, in der Cafeteria und in den Bars sind Gläser und Geschirr aus den Regalen gefallen, im Duty-free die Klamotten.

Alles in Allem war es eine heftige Überfahrt aber wir sind heil auf Island angekommen und das wieder mit strahlendem Sonnenschein!


Und………die Motorräder standen an Ort und Stelle, danke mein Schatz!



Dienstag 09.06.2015

Um ca. 10:00 geht es am Hafen von Seydisfjördur (Fjord der Feuerstelle) an Land und wir organisieren uns erst einmal um die Fahrt zum ersten Campingplatz in Angriff zu nehmen. Es geht also Richtung Egilsstadir, um dorthin zu gelangen müssen wir über einen Pass, der auf 600 Metern (klingt nicht besonders hoch) liegt. Die Straße ist frei aber rechts und links ist noch alles voll Schnee, was nicht das Schlimmste ist, es weht ein kräftiger Wind und wir haben Mühe, die Motorräder gerade zu halten. Na ja, die 30 km bis Eglisstadir werden schon gehen, dachten wir! Erleichtert, dort angekommen zu sein halten wir eben auf der Tankstelle um eine zu rauchen und dann weiter zu fahren nach Vopnafjördur, unserem Tagesziel.
Was uns da erwartete ist mit dem Begriff “Wind” nicht mehr zu beschreiben. Jeder der meint, schon mal in kräftigem Wind gefahren zu sein wird hier eines Besseren belehrt. Kurz gesagt, wir haben knapp 100 km mit Windböen von ca. 60 bis 80 Std/km in konstanter Schräglage auf der Geraden zurück gelegt. Das war verdammt anstrengend und vor Allem auch gefährlich und ich war mir nicht sicher, ob ich anfangen soll zu heulen. Ich hatte echt Angst, dass ich das nicht schaffe. Man konnte ja auch nirgendwo anhalten, weil es nix gab zum verschnaufen und auf freier Strecke wär man mitsamt Motorrad umgefallen. Auch Markus sagte im Nachhinein dass ihm die Düse gegangen wäre. Von wegen wir sind “Harte”! Da hatten wir echt schiss !!
Aber.…. die letzten 40km nach Vopnafjördur wurde es ruhiger und wir erreichten total geschafft unseren ersehnten Campingplatz, der etwas anders ausfiel als in der Beschreibung aber für uns total ok war. Schnell das Zelt aufbauen, Betten richten und los in den Ort um einzukaufen. Nach dem Essen und zwei AKB’s (mit 2,25%) bei strahlendem Sonnenschein und 14° fallen wir totmüde auf die Matratzen.


Mittwoch 10.06.2015

Nach einer ruhigen Nacht sind wir guter Dinge für den heutigen Tag, müssen aber leider feststellen, dass der Winter wieder eingekehrt ist. Die Temperatur steht bei +4,0° und mir fällt alles aus dem Gesicht. Obendrein fängt es dann auch noch an zu regnen. Da wir uns natürlich nicht unterkriegen lassen steht Borgarfjördur eystri, die Hauptstadt der Elfen auf dem Programm. Dafür müssen wir allerdings über eine Straße, die gestern von der anderen Seite noch gesperrt war wegen des Schnees. Der Regen hat sich wieder eingekriegt und wir starten durch. Sieht alles ganz gut aus und ich nehme die erste Schotterstrecke mit Braver  und bin ein bisschen stolz auf mich. Leider ist nach etwa 30 km Schluss mit dem Vergnügen. Die Strecke ist gesperrt, ich hätte es mir denken können, denn unterwegs hat uns ein Räumfahrzeug überholt. Also genießen wir die Umgebung einen Moment, machen ein paar Fotos und ich stelle fest, dass ich aussehe wie ein Schwein, weil ich hinter Markus hergefahren bin und den ganze Staub abbekommen habe. Es fängt wieder an zu regnen und wir machen uns auf den Rückweg in den Ort um im Infozentrum einen Kaffee zu trinken und uns aufzuwärmen, da inzwischen nur noch 2,5° sind, also WINTER!
Gegen Mittag klart es wieder ein wenig auf und wir wagen noch eine Tour nach Bustarfell, dem ältesten und am besten erhaltenen Grassoden-Hof Islands, dessen Gebäude teilweise aus dem Jahr 1770 stammen. Ich schaue mir das Museum an, Markus spart es sich, weil er mit seinen 2 Metern nur in gebückter Haltung besichtigen könnte. Somit haben wir trotz des üblen Wetters noch ein wenig Interessantes besichtigen können.
Zurück am Zeltplatz sind wir ziemlich durchgefroren und gehen, nachdem wir uns umgezogen haben, noch einmal ins Café des Informationszentrums um uns mit einem heißen Tee aufzuwärmen. AKB fällt bei den Temperaturen flach aber so eine Tasse Tee kann auch ganz schön lecker sein. Um 22:00 Uhr machen wir uns auf den Weg ins Bett und hoffen am Donnerstag auf besseres Wetter.
In diesem Sinne "Gute Nacht".

Donnerstag 11.06.2015


Die Nacht war relativ bescheiden, da ziemlich kalt. Ich habe heute morgen echt schlechte Laune weil ich beim Aufstehen schon friere und das ist scheisse. Also erst mal einen heißen Kaffee und ab unter die Dusche zum Aufwärmen. Bei 0,5° geht es ans Packen, damit wir weiter kommen. Unser Ziel heute ist Húsavik, ein guter Standort um von da aus einiges zu besichtigen. Kurz bevor wir starten, traue ich meinen Augen nicht und sage Markus, dass ich Schneeflocken sehe, der hält mich natürlich für bekloppt, muss aber einsehen dass ich Recht habe. Gerade erst 3 Tage hier und das volle Programm für uns: orkanartige Böen, Temperaturen die "kaum" winterlich sind und jetzt auch noch Schneefall. Was bleibt uns übrig? Nix!! Augen zu und durch. Die Strecke war ziemlich unspektakulär, um genau zu sein, ziemlich ätzend! Die 200 km waren gespickt mit Schneefall, starkem Regen, Schotterstraßen und wenig Sehenswertem.

Die Straßen hier sind sehr interessant, man fährt auf gut ausgebauten Strecken und dann hatten die Isländer auf einmal keinen Bock mehr auf Beton und die Straße geht über auf Schotter, der sich schon 30 bis 50 km durchzieht und dann kommt auf einmal wieder Asphalt. Zwischendurch  begibt man sich dann auch einmal auf Lehmuntergrund usw.. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass ich hier die Angst vor unbefestigten Wegen verliere.

In Hùsavik angekommen gehen wir erst einmal in eine Tankstelle um einen Snack zu uns zu nehmen und einen Kaffee zu trinken weil..........wir sind mal wieder durchgefroren. Wir überlegen was wir tun bzw. ich will heute nicht zelten und wir fragen auf unserem Campingplatz, nachdem es die letzten 20 km geschüttet hat, nach einer Schlafsack Unterkunft, damit es mal eine Nacht im Warmen gibt und wir die Klamotten trocknen können. Wir haben Glück und bekommen ohne Reservierung noch ein Kämmerchen. Und nun sitzen wir hier im Restaurant und ich schreibe Tagebuch, zur Feier des Tages mit einem AKB, damit ihr hoffentlich etwas Interessantes zum Lesen habt, auch wenn noch nicht soviel passiert ist. So, jetzt ist es 23:00 Uhr, taghell draußen (hier ist es nur ca. 2 Stunden dämmrich) und trotzdem langsam Zeit ins Bett zu gehen.
Grüße Markus und Isa


Ps.: Heute ist es tatsächlich passiert! Markus hat sein Motorrad auf die Seite gelegt! Natürlich total bescheuert, er wollte sie auf den Hauptständer stellen und ist bei dem scheiß nassen Wetter mit dem Fuß abgerutscht, das Ding kippte in die falsche Richtung und war nicht mehr zu halten. Ist nix passiert, danke den Sturzbügeln. 

Den Fotobeweis können wir leider nicht liefern, weil wir uns beide sehr erschrocken haben und genug mit dem Aufrichten zu tun hatten.

Freitag, 12.06.2015


Nach einer erholsamen Nacht im Trockenen und in einem warmen Bett geht es uns heute schon wieder besser.

Die Klamotten sind über Nacht gut trocken geworden und das Wetter scheint sich auch ein wenig gebessert zu haben, zumindest ist es trocken und immerhin 2 Grad wärmer als gestern. Vielleicht haben wir ja Glück und die Sonne kommt ein wenig raus.

Wir entscheiden uns für eine weitere Nacht hier und ziehen raus auf den Campingplatz um unser Zelt aufzubauen. Während dessen bleibt es tatsächlich trocken und guter Dinge steigen wir auf unsere Motorräder um nach Hùsavik zu fahren. Wir lassen es heute etwas ruhiger angehen und schauen mal am Hafen vorbei und gehen im Anschluss ins Wal Museum. Dort haben wir uns ca. 2 Stunden schlau gemacht über diese tollen Meerestiere. Das ist eine sehr schöne und liebevoll hergerichtete Ausstellung mit sehr vielen Informationen über die Wale an sich, den Walfang, der inzwischen verboten ist und dem Whale-Watching. Inzwischen haben die Isländer umgeschwenkt auf Bootstouren um die Wale vor der Küste zu beobachten. Wir überlegen auch eine solche Tour mit zu  machen, allerdings bin ich noch etwas geschädigt von der Fähre und eine Garantie, Wale zu sehen, hat man natürlich nicht. Obwohl alle Personen die wir gesprochen haben tatsächlich Wale gesehen haben oder zumindest einen Teil davon, da die Tiere nur sehr kurz auftauchen. Unter anderem auch ein Biker, der schon mit uns auf dem Campingplatz in Vopnafjördur war und heute morgen diese Tour gemacht hat. Es war sehr nett, ein bekanntes Gesicht wieder zu sehen. Na ja, mal sehen.

Im Anschluss noch ein wenig durchs Städtchen mit sehr viel Sonnenschein und ein Foto von der schönen Kirche gemacht, die über dem Hafen thront und 1907 aus norwegischem Holz erbaut wurde. 

Nun war nur noch ein kleiner Einkauf zu erledigen und dann ab, die 20 km zum Campingplatz und Abendessen machen. Wir nutzen heute die Campingküche, damit ich nicht wieder so frieren muss, denn draußen sitzen ist doch ganz schön schuppig.

Samstag 13.06.2105

 

Die letzte Nacht war mal wieder arschkalt aber mit unseren guten Schlafsäcken kein Problem. Um 3 Uhr diese Nacht musste ich mal müssen und es war hell, wie immer. Ich hätte gern ein Foto gemacht aber mir war zu kalt und unsere Zeltaußenplane war steif gefroren und voller Schnee, also hab ich es vorgezogen, schnell wieder in meinen Schlafsack zu krabbeln. Die Wetterprognose laut Internet für heute fiel recht gut aus, um die 6 Grad und trocken. Wir nahmen uns für heute die Wasserfälle vor. Beim Start war soweit noch alles ok und nun die aktuellen Nachrichten: 1,5 Grad, Dauerregen, Schneefall und meine geliebten Windböen. Nach 2/3 der Strecke war ich drauf und dran aufzugeben und ich muss gestehen, dass ich unter meinem Helm am Schengen war wie ein Rohrspatz und das endete dann mit einem dezenten Heulkrampf! Ich schrie nur noch in die Funke an Markus: Wann kommt der beschissene Wasserfall denn endlich, ich kann und will nicht mehr!! 2 km später sind wir dann endlich auf den Parkplatz zum "Dettifoss". Wir sind beide fix und fertig und fragen uns, warum wir uns das hier gerade antun. Aber nu sind wir da, also marschieren wir auch los. Mit schönen Wetter und Picknick ist zwar nix aber da müssen wir wohl durch. Hoffentlich entschädigen der "Dettifoss" und der "Selfoss" uns ein wenig für die Tortur. Manchmal seht ihr einen leicht gequälten Gesichtsausdruck auf den Fotos aber es ist und bleibt ein wundervolles Naturschauspiel.

Da wir für heute satt sind, geht es nun in Richtung "Heimat" und ich mach mir schon wieder in die Hose wegen der Böen.

Für Motorradfahrer gibt es vier Dinge, die nicht gut sind: Regen, Schnee, Temperaturen um den Gefrierpunkt und Wind. Wenn allerdings alles in geballter Ladung und zugleich kommt, dann fehlen mir ehrlich gesagt die Worte. Nordisland meint es leider dies bzgl. besonders gut mit uns.

Auf dem Nachhauseweg machen wir noch eine Stippvisite am "Námafjall" (Grubenberg), den man schon von Weitem riecht. Nass und durchgefroren sind wir sowieso, also geht das auch noch mit. Man nennt den "Námafjall" auch die "Kochtöpfe des Teufels", die Erde brodelt und es riecht nach faulen Eiern. Dort wurde früher Schwefel abgebaut im Auftrag des dänischen Königs, der den Schwefel als Rohstoff für die Schießpulverproduktion benötigt hat.

Für heute genug Input. Wir schießen die letzten 20 km gen Zeltplatz, pellen uns aus den nassen Klamotten und wandern erst einmal in die Dusche um danach direkt im 40 Grad warmen Hotpot runterzufahren.

Jetzt noch lecker essen und gleich ab ins Bett, denn morgen verlassen wir diese Station und ziehen weiter.

Mal sehen, was uns als Nächstes erwartet?!

Sonntag, 14.06.2015


Es ist soweit, wir verlassen heute den Norden und bewegen uns weiter gen Westen. Das Wetter meint es diesmal scheinbar gut mit uns denn die Sonne scheint und die Temperaturen sind auf acht Grad angestiegen. Hoffentlich bleibt es auch so. Nach einer entspannten Fahrt an der Küste entlang verschlägt es uns nach Siglufjördur, wo wir erst einmal am Campingplatz vorbei rauschen. Dieser liegt nämlich mitten in der Stadt, na ja, im Örtchen. Sozusagen haben wir unser Zelt auf dem Marktplatz aufgestellt. Aber es ist sehr schön hier, vor allem, weil das Wetter mit 14-16 Grad zum Sonnen einlädt. Das nutzen wir natürlich aus. Direkt neben uns stehen bunte Häuschen, die früher zur Heringsverarbeitung genutzt wurden. Heute sind es Museum, Café und Restaurant. Es ist  ein ruhiger Abend, wir gönnen uns noch ein Bier (0,5 für umgerechnet 6,00 Euro, Schnäppchen!) und gehen früh schlafen. Man kommt sich ein wenig vor, wie im Zoo wenn man auf dem Marktplatz schläft aber es hat was! 😉

Montag, 15.06.2015

 

Nach einer erstaunlicherweise entspannten Nacht und... man glaubt es kaum.....trockenem Wetter mit angenehmen Temperaturen machen wir gemütlich unser Frühstück, bauen ab und starten wie immer gegen elf Uhr. Unser Weg führt ins weiter entlang eines der größten Fjorde Islands, dem Skagafjördur, der im Norden ins Polarmeer mündet. Bei schönstem Wetter erreichen wir Saudarkrokur. Hier wird das Islandpferd gezüchtet und für die Bewohner scheint es eine Passion zu sein. In der Stadtmitte steht eine Pferdeskulptur, die die Bedeutung dieser Tiere für die Region veranschaulicht. Ich lasse es mir natürlich nicht nehmen, ein Gestüt anzufahren um zu fragen, ob wir uns ein wenig umschauen dürfen. Kein Problem und Isa kann endlich Islandpferde aus der Nähe sehen und anfassen. Ich bin happy, vor allem nach den harten letzten Tagen.

Weiter geht's Richtung Blöndu

 Sorry, Akku leer! Und noch einmal!

Weiter geht's Richtung Blönduós und zum Endziel Hvammstangi. Dort ist ein guter Ausgangspunkt um nach Hindisvik zu fahren, um Seehunde zu beobachten. Mehr dazu später. Erst einmal treffen wir uns mit Andreas von der Fähre um noch einen schönen Abend zu verbringen. Es gibt eine Menge zu quatschen, da er von der anderen Seite kommt. Da war auch schönes Wetter die ganze Zeit! Das der Abend noch lustiger enden sollte war uns erst einmal nicht klar. Wir lernten unsere Campingnachbarn Fjiola und Möme kennen, waschechte Isländer. Da gab es natürlich ne Menge Tipps und ewiges über der Karte hängen. Die zwei waren keine Kostverächter und karrten erst mal Bier auf den Tisch, natürlich das mit Umdrehung, was man hier nur in extra Läden bekommt. Der Supermarkt bietet nur Light-Bier mit 2,25%. Jedenfalls wurde der Abend echt noch feucht-fröhlich und wir hatten einen Riesenspaß! Als Gute Nacht Trunk gab  es noch einen heißen Kakao mit Stroh. Der ging durch bis in den dicken Zeh und so konnten wir gut aufgewärmt um ein Uhr nachts ins Zelt krabbeln und sehr gut schlafen.

Dienstag, 16.06.2015


Nach einem guten Frühstück in der Dreierrunde, die Nachbarn schlafen heute etwas länger, beschließt Andreas, sich uns heute anzuschließen. Wir machen uns auf, um die Halbinsel Vatnsens zu erkunden. Ich bin heute mal Sozius bei Markus, so kann ich ein bisschen mehr rumschauen. Unser erster Haltepunkt ist Hindisvik, in der Hoffnung, Seehunde zu sehen. Und wir haben Glück! Nachdem wir zum Strand runter gelaufen sind konnten wir auf dem gegenüberliegenden Riff einige der Seals, die faul auf den Felsen lagen, sehr gut beobachten. Das war doch schon einmal wieder ein Erfolgserlebnis. Fotos folgen!

Der nächste Haltepunkt war genauso schön, wenn auch leblos. Wir haben den versteinerten Dinosaurier, so sieht er meiner Meinung nach aus, gesehen und sogar auch bei Ebbe. Da kann man ihn am besten begutachten.

Das ist ein Basaltfelsen Namens Hvitserkur, soll hier ein versteinerter Troll sein, der in der Morgensonne erstarrte, als er das Kloster von Pingeyrar zerstören wollte. Jedenfalls phänomenal anzusehen. Anschließend ging es weiter um die Halbinsel und wir besichtigten noch Borgarvirki, einen natürlichen Basaltring auf einer Anhöhe, der einst als Trutzburg gedient haben könnte. Verstärkte Mauern und Reste zweier Langhäuser sind erhalten und obendrein gibt es einen herrlichen Ausblick.

So, nun genug Geschichtsunterricht für heute. Wir hatten einen sehr schönen und erfolgreichen Tag und tätigen noch eben einen Einkauf und gehen heute wieder früher schlafen.

  Mittwoch 17.06.2015

Nach einem gemütlichen, guten Frühstück machen wir uns heute auf in Richtung Isafjördur, der westlichsten Stadt ganz Europas. Das Wetter spielt mit und wir starten gut gelaunt durch. Andreas begleitet uns wieder, da er in die gleiche Richtung möchte. Wir wollen natürlich wieder die Küstenstraßen nehmen, d.h. aber, dass wir jeden Fjord komplett durchfahren. Auf der einen Seite rein, am Ende eine Kurve und auf der anderen Seite wieder raus. Dieser Teil Islands, die Ostküst, wird nicht so häufig von Touristen besucht, da es nicht viel gibt außer spektakulären Küstenlandschaften und einem rauhen Klima. Dieser Teil liegt direkt am arktischen Nordmeer. Bis jetzt läuft alles wunderbar, wir entschließen uns allerdings in Drangsnes Halt zu machen. Bis dahin sind es ca. 200 km und nicht unanstrengend. Andreas trennt sich auf dem Weg, da es ihm an Zeit fehlt und er ein wenig Fahrstrecke abkürzen muss um seine Highlights zu sehen. In Drangsnes angekommen, passe ich zum ersten Mal bei einem Campingplatz, denn der ging gar nicht. Obendrein fängt es auch schon wieder an zu regnen. Also fahren wir weiter, denn fit sind wir noch und dunkel wird es eh nicht.

Das Problem ist, dass wir noch weitere 200 km fahren müssen um den nächsten Zeltplatz zu erreichen. Ich sagte ja bereits, dass an der Ostküste nicht viel zu finden ist. Vereinzelte Häuschen und sonst nichts. Wir schlängeln uns weiter durch die Fjorde und schrauben uns hoch auf die Hochebene. Dort sind wir auf einmal in der Arktis, saukalt, Schneeregen und Nebel. Herzlichen Glückwunsch, dachte ich, aber an Pause machen war wohl kaum zu denken, denn die Auswahl war nicht gegeben. Nachdem die Hochebene überwunden war, wurde es wieder etwas entspannter, zumindest, was das Wetter betraf. Unsere Tanks dagegen, neigten sich dem Ende. Man fährt echt entspannter mit vollem Tank. Auch hier hatten wir nicht die Wahl außer hoffen, dass wir es zur nächsten Tanke schaffen. Ich bin knapp 40 km auf Reserve gefahren und Markus war schon bei null und hat noch 26 km geschafft bis die Erlösung kam. Schwein gehabt. Nun noch die paar Kilometer bis Isafjördur und dann war Feierabend für heute. Nach ca. 400 km war der auch mehr als verdient.


Donnerstag, 18.06.2015

Mit unserem Campingplatz in Isafjördur haben wir ein sehr schönes Plätzchen gefunden, mit einem Wasserfall direkt über dem Platz. Es ist wunderschönes Wetter und wir legen heute eine Pause ein, wir haben ja schließlich einen Tag rausgefahren, außerdem wird es Zeit für einen Waschtag. Da alles vorhanden ist, Waschmaschine und Trockner, kann es losgehen. Waschen, kein Problem trocknen allerdings schon. Das Ding nimmt keine 100 Kronen Münzen und nun stehen wir da, mit nasser Wäsche von 2 Wochen, also aufhängen. Leinen gebastelt und die vorhandene Spinne belegt. Leider zieht es sich zu und der ganze Mist muss wieder runter. Ich hoffe, heute Abend, wenn die Rezeption besetzt ist, kann ich 50 Kronen Münzen ergattern um zu trocknen. In der Zwischenzeit steigen wir ein ganzes Stück den Berg rauf, um dem Wasserfall näher zu kommen. Wir machen richtig gute Fotos und sind hin und weg, wieviel Kraft Wasser mit sich bringen kann. Anschließend noch ins Städtchen, einkaufen und ein bisschen rumschlendern, man muss „seine“ Stadt ja schließlich kennenlernen. Wir finden auch endlich einen Laden, der die alkoholischen Sachen verkauft. Die Dinger sind nicht zu erkennen, wenn man nicht weiß, wie die heißen. Wir hatten mal wieder Glück, der Laden war schon zu! Ab zum Campingplatz, lecker kochen und noch ein wenig im Aufenthaltsraum rumhängen und dann schlafen gehen. Mit einem rauschenden Bach nebenan klappt das echt gut. Übrigens hat es mit der Wäsche auch noch geklappt.


Freitag, 19.06.2015

 

Heute wird ein reiner Fahrtag zum nächsten Campingplatz eingelegt und wie sich rausstellt, wird der auch ganz schön anstrengend. Wir starten mit schönem Wetter. Gott sei Dank hat sich das auf Dauer inzwischen gebessert, so dass wir meistens im Trockenen durchkommen. Den Großteil der Strecke müssen wir wieder auf Schotterstraßen zurücklegen. An die habe ich mich inzwischen ja auch schon gewöhnt und sie machen sogar riesig Spaß, wenn es gescheiter Schotter ist. Heute allerdings waren jede Menge Baustellen dabei, heißt, es wurden neue Steinchen auf den Fahrbahnen verteilt und da schwimmt man ganz schön drauf rum. Dazu noch reichlich Seitenwind und der Tag war für mein Empfinden "perfekt"! Aber auch das haben wir gemeistert und abends um 10:00 Uhr sind wir endlich am Campingplatz in Breidavik angekommen. Eine schöne Abwechslung waren einige Dinge, die wir auf dem Weg noch mitgenommen haben. Zum Einen den ältesten Garten Islands, der mit sehr viel Liebe gepflegt wird und eigentlich wie ein botanischer Garten rüberkommt, weil alle Pflanzen betitelt sind. Ein Torfhaus oder auch Hobbit-Haus, wie ich es nenne, stand auch wieder da. Man hat es auch erst auf den zweiten Blick gesehen. Unser neues Eigenheim wird so etwas allerdings nicht, da ich mich schon bücken muss um durch die Tür zu kommen, von Markus brauchen wir da gar nicht erst zu sprechen.  Zum Zweiten habe ich unterwegs noch einmal Seehunde gesichtet. Während ich unten am Strand war zwecks Fotos musste Markus erst einmal etwas essen. Inzwischen ist ja bekannt, dass er ein wenig grantig wird, wenn er Hunger hat. Also hab ich mich schnell von dannen gemacht und den Seehund beobachtet.

Des Weiteren sahen wir von Weitem schon wieder einen schönen Wasserfall, an dem wir irgendwann vorbei kommen mussten. Wir haben natürlich dann Halt gemacht und sind bis oben aufgestiegen. Das Ding war gigantisch und nennt sich Dynjandi. Es ist der größte Wasserfall der Westfjorde und ich denke, die Bilder sprechen für sich.

Abends haben wir schnell unser Haus aufgestellt, waren duschen und haben im angeschlossenen Hotel noch einen Tee getrunken und uns schlau gemacht, wann man am besten die Puffins beobachten kann. Entweder spät am Abend oder früh am Morgen. Wir entschließen uns für morgen früh, da wir echt geschafft sind und stellen uns den Wecker auf 5:00 Uhr. Mal sehen, ob das klappt. Ist ja nicht wirklich unsere Zeit.

Samstag, 20.06.2105

 

Der Wecker schellt und wir schaffen es tatsächlich aufzustehen. Schnell einen Kaffee und ab in die Klamotten. Wir hoffen, heute Glück zu haben und gleich einige Puffins (Papageientaucher) sehen zu können. Wir nehmen die 13 km Schotter gelassen und sind um kurz nach sechs an der besagten Steilklippe und siehe da: Nicht ein paar dieser süßen Vögel, nein Hunderte schwirren am Felsen rum. Die Uhrzeit scheint optimal, da die Vögelchen es auch ruhig angehen lassen. Wir sind ganz alleine dort oben und könne das Ganze richtig genießen. Die Puffins sind extrem entspannt und wir konnten auf Armeslänge  rangehen oder auch robben. Es gab eine weiße Linie, die man nicht übertreten sollte und die Ansage, sich besser hinzulegen, da die Steilklippe bei zu viel Gewicht brechen könnte. Natürlich, Schisser, haben wir uns daran gehalten. Die Tierchen waren echt lustig und watschelten recht nah an uns vorbei und putzten sich etc. so nach dem Motto, die zwei können uns doch gar nicht aus der ruhe bringen. Es war echt super dort und auch Markus scheint inzwischen ganz begeistert, Tierfotos zu machen. Wir bleiben bis ca. 8:00 Uhr dort, denn da verlassen die meisten Puffins, nachdem sie sich gereckt und die Flügel haben Propellern lassen die Klippe Richtung Meer. Wir konnten uns gar nicht satt sehen und haben jede Menge toller Fotos machen können. Anschließend erst mal wieder zum Campingplatz und bei einem Kaffee Fotos sichten. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Aktion und machen uns langsam fertig für den Aufbruch zum nächsten Ziel. Wir fahren weiter durch die Westfjorde, passieren den Vatnsfjord und den Skalmarfjord ohne spektakuläre Ereignisse und machen Halt in Reykholar. Ein kleiner Ort mit kleinem Campingplatz am Schwimmbad. Da sich nix Besonderes auftut beschließen wir, am nächsten Tag die Zelte wieder abzubrechen und weiter zu fahren.

Sonntag 21.06.2016


Nach dem Aufstehen wird wie immer erst einmal in Ruhe Kaffee getrunken und gefrühstückt. Als wir mit dem Packen der Motorräder fertig sind ist es bereits zwölf Uhr aber aufgrund der Lichtverhältnisse ist es ja egal wann wir starten. Wir haben uns vorgenommen heute nach Olafsvik zu fahren, denn da wollte ich gerne das Whale-Watching machen. Ich hatte gelesen, das es in Olafsvik einen Anbieter gibt, der sehr gute Kritiken hatte und da wir noch näher an Grönland liegen, die Chancen auf Orkas etwas besser sind. Wir hatten heute eine recht entspannte Fahrt mit nur 60 km Schotter und haben unsere Zelte einen Ort weiter aufgestellt in Hellissandur. Der Abend ging mit strahlendem Sonnenschein einher und wir konnten draußen schön unser Dinner genießen, Kartoffeln mit Bockwürstchen gebraten, Champignonsoße und Salat. Ist zwar nicht die typische Menüzusammenstellung, war aber echt lecker. Außerdem war Mittsommer, der längste Tag am 21. Juni! Nicht dass wir da viel von gemerkt hätten, da es gefühlt sowieso immer hell ist, aber ich wollte es mal gesagt haben.

Für den nächsten Tag haben wir uns vorgenommen voll bepackt los zu fahren und unterwegs nach den Zeiten für Whale-Watching zu schauen. Wenn es nicht passt, dann die Halbinsel umrunden und den Snaefellsjökull besuchen. Wenn es passt dann sehen wir weiter.


Montag, 22.06.2015


Heute sind wir irgendwie noch gemütlicher unterwegs als sonst. Das liegt wohl am schönen Wetter, die Sonne scheint und es ist relativ warm. Sehr schön um zu genießen. Bis wir starten ist es bereits halb eins. Vollgepackt fahren wir zum Hafen nach Olafsvik und erkundigen uns ob und wann das Schiff startet. Unser Timing war perfekt. Um 14.OO Uhr sollte das Schiff in See stechen, somit konnten wir noch kurz durch den Ort um Gaskartuschen zu besorgen. Um halb zwei gingen wir an Bord, haben dort direkt die Tickets bezahlt ( 60,- € pro Kopf) und gehofft, dass es sich lohnt. Bei schönstem Wetter sind wir gestartet und harrten der Dinge die da kommen oder auch nicht? Nachdem wir bereits eine Stunde unterwegs waren und das Meer beobachtet haben war es tatsächlich soweit. Unser Guide sagte, dass voraus ein Wal zu sehen wäre auf 12:00 Uhr. Sie war total aus dem Häuschen, da es sich um einen Buckelwal handelte, den man hier nur sehr selten sieht. Was aber noch viel schöner und dramatischer war, er ist aus dem Wasser gesprungen und hat Drehungen gemacht. Das Ganze zweimal und einmal davon hat Markus ihn direkt vor die Linse bekommen, was bei Seegang nicht ganz so einfach ist. Wir waren total begeistert. Unser Guide sagte, dass sie  so etwas hier auch zum ersten mal erlebt hat und das will schon was heißen. Wir haben den Wal noch eine ganze Weile beobachten können und waren total hin und weg. Dann drehten wir ab und schlugen eine neue Richtung ein. Und wieder totales beobachten von allen Passagieren. Man konnte merken, wie aufgeregt alle waren. Kurze Zeit später das nächste Highlight. Eine Gruppe von Orkas. Es waren tatsächlich 10 bis 11 Tiere und man wusste gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. Es war total überwältigend, diese mächtigen Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen. Markus hat geknipst was das Zeug hält und wir haben echt einige richtig gute Bilder schießen können. Leider ließen die Riesen sich irgendwann nicht mehr sehen und wir drehten wieder ab. Unser Guide sagte, das es den Tieren dann doch manchmal zu laut und unruhig wird und dann tauchen sie eben ab. Wir fuhren noch einmal zum ersten Punkt und wurden mit einer Gruppe Delfinen belohnt, die mit dem Schiff geschwommen sind und sichtlich Spaß hatten. Auch hier konnten wir wieder gute Bilder machen. Mit totaler Reizüberflutung sind wir dann nach 4 Stunden wieder im Hafen angekommen. Die Mannschafft bestätigte, dass es ein sehr, sehr guter Tag war und wir richtig Glück gehabt hätten. Es wäre sehr selten Buckelwale hier oben zu sehen und genau so selten eine ganze Gruppe Orkas ins Visier zu bekommen und obendrein auch noch Delfine. Ergo: Ein total gelungener Ausflug!!! Wer nach Island kommt und Wale sehen möchte, der sollte tatsächlich nach Olafsvik fahren und bei Laki Tours buchen. Die Leute sind total klasse und erforschen obendrein auch noch das Verhalten der Wale. Und.. es gibt dort nur dieses eine Schiff und nicht eine ganze Armada von Speedbooten, die uns persönlich eh nicht zugesagt habe.

Um 18:30 sind wir dann Richtung Reykjavik durchgestartet. Die Halbinsel um den Gletscher, die wir uns vorgenommen hatten zu fahren ließen wir aus, da wir vom Meer aus schon gesehen haben, dass die ganze Ecke im Nebel versunken war. Über den Pass wurde es ebenfalls nebelig. Ich hatte, glaub ich, schon erwähnt, dass wir hier alles an Wetterlagen durch haben aber den Nebel hab ich wohl vergessen. Na ja, das war auch kein schönes Fahren und es ging für einige Kilometer sehr langsam voran. Nachdem die Höhe überbrückt war wurde es aber wieder besser, allerdings war die Sonne verschwunden und es wurde empfindlich kalt. Wir fuhren bis Borganes und machten erst einmal Stopp an einer Tanke um etwas zu essen und uns aufzuwärmen. Da es aber nur noch 70 km waren bis Reykjavic, wenn wir den Tunnel durchs Meer nehmen, starteten wir noch einmal durch, egal ob wir Maut bezahlen müssen oder nicht. Aufgewärmt und mit gefülltem Magen fuhren sich die 70 km echt noch einmal locker. Die Maut durch den Tunnel betrug auch nur2,50 € für beide, also nix Tragisches.

Wir hatten von Claudio, unserer anderen Fährbekanntschaft, der uns in Isafjördur auf dem Campingplatz wieder über den Weg gelaufen ist einen guten Tipp bekommen. Diesen haben wir befolgt und sind in Reykjavic auf einen Campingplatz mitten im Zentrum der Stadt gefahren.. Wir waren total geplättet, was das für ein großer und gut organisierter Platz ist. Hier wird alles recycelt. Die Leute, die mit dem Flieger nach Hause gebracht werden lassen alles Mögliche an Lebensmitteln, Kartuschen, Handtüchern etc. hier auf diesem Platz und es kann alles von jedermann genutzt werden. Es gibt einen sehr großen Aufenthaltsraum, eine mega Küche in der man Gewürze, Nudeln, Reis, Müsli, Öl usw. findet und auch nutzen kann. Reichlich Kochgelegenheiten und und einen ausreichend großen Sanitärbereich. Hier geht es auch zu wie in einem Bienenschwarm, die Leute kommen und gehen 24 Stunden lang. Man muss sich nach der Ruhe zwar erst wieder an so viele Menschen gewöhnen, aber dieser Platz ist echt faszinierend. Wie gesagt: Mitten in der Stadt!!

Dienstag, 23.06.2015

 

Heute ist Ruhetag angesagt, zumindest, was das Fahren angeht. Wir beschließen, nach dem Frühstück, eine Stadtbummel durch Reykjavik zu machen. Zu Fuß  bis zur bekannten Kirche sind es 45 Minuten, das sollten wir wohl hinbekommen. Wir laufen unten am Wasser entlang, denn die Stadt in der Ecke ist noch nicht so besonders ansehnlich. Als Erstes bekommen wir die Oper zu Gesicht, ein erstaunliches Gebäude aus Glas, sehr modern. Fotos folgen und sind natürlich erst mal für euch gedacht liebe Mam und lieber Dad! Weiter geht es in Richtung "Altstadt". Eigentlich ist es keine Altstadt wie man sie sich vorstellt. Dort ist irgendwie alt mit neu verwoben, aber nicht uninteressant. Wir sehen das Parlamentsgebäude und schlendern über die Shoppingmeile, die natürlich mit jeder Menge Souvenirs aufwartet. Im Anschluss sind wir an der berühmten "Hallgrimskirkja", die wohl die Meisten von Fotos kennen. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, den Ausblick vom Turm zu genießen, war ein ganz schöner Aufstieg und der Ausblick fantastisch. Da wir natürlich nicht schummeln wollen...... es gab einen Aufzug! Anschließend haben wir uns wieder Richtung Campingplatz aufgemacht, wir wollten uns ja schließlich  nicht überanstrengen. Auf dem Rückweg sind wir dann endlich mal in einen Alkoholladen eingekehrt und haben nicht schlecht über die Preise gestaunt. Als Beispiel: Jackie 80,-€, Flasche Wein ab 10,-€........... Gegönnt haben wir uns aber trotzdem was, 4 Dosen 0,5 Bier für nen Zehner, die trinkt man dann aber auch bis zum aller letzten Tropfen leer, das kann ich euch sagen! Und...... wir haben die 2 Dose echt gemerkt und konnten gut schlafen.

Mittwoch, 24.06.2015


Heute möchten wir gerne weiter fahren gen Süden. Allerdings sind wir noch hängeliger als sonst, weil wir die tolle Morgensonne genießen. Um 13:00 Uhr machen wir uns endlich auf und landen nach ca. 40 km bei unserem ersten Highlight, der blauen Lagune. Sie ist das beliebteste Thermalbad Islands und man kann dort wohl herrlich entspannen und die Mineralsalze und Kieselerde aus der Lagune helfen bei Hautkrankheiten. In der schwarzen Lavalandschaft drum herum wirkt das blau des Wassers noch intensiver. Bitterer Beigeschmack, es kostet ab 45,-€, der Basistarif. Im Norden kann fast alles ohne Eintritt besichtigt werden, hier im Süden sieht das leider anders aus, man zahlt für alles. Wir steigen wieder auf unsere Motorräder und machen uns auf. Schließlich wollen wir heute noch den "Gullfoss" erreichen. Nach 22 km können wir jedoch schon wieder absteigen und was Neues besichtigen. Diesmal ist es Islands derzeit größte Schlammquelle "Gunnuhver". Von Weitem sah der Rauch aus als käme er aus dem Schornstein einer Fabrik, es war aber diese Quelle von einer ziemlichen Größe und Temperaturen von über 100 Grad. Man sagt, sie habe ihren Namen von einer Bäuerin. Wieder eine Geschichte Islands. Von Sagen und Mythen hört man hier sehr häufig. Die Schlammquelle wird hier kurz Gunna genannt und besagte Gunna soll hier sogar herumspuken.

So, jetzt aber weiter. Wir kommen gut voran und haben auf dem Weg sogar einige kurvige Streckenabschnitte. Wir wissen garnicht, ob wir das überhaupt noch drauf haben. Zur Abwechslung ist es aber echt mal wieder schön. Damit wir das Sightseeing aber nicht verlernen, tut sich kurz vor Selfoss wieder ein Besichtigungspunkt auf. Der "Kerid" ist ein 6500 Jahre alter Kratersee und liegt in einer geologisch aktiven Vulkanzone. Im Inneren beherbergt er einen sehr schönen See. Nun haben wir schon so einiges vom sogenannten "Golden Circle" gesehen und es ist nicht mehr weit bis zu unserem Zeltplatz in der Nähe des großen Geysirs. Wir bauen schnell unser Zelt auf und machen Abendessen. Zur Abwechslung gibt es mal wieder Nudeln, die gehen schnell und machen satt. Da das Wetter um 20:30Uhr immer noch wunderschön ist, beschließen wir doch noch einmal loszufahren um den"Gullfoss" zu besichtigen. Wer weiß, wie das Wetter morgen wird und den Wasserfall sollte man bei Sonnenschein besichtigen, damit man auch die Regenbogen, die durch die Gischt entstehen, erleben kann. Wir fahren schnell die 6 km und werden belohnt. Es sind nur noch wenige Leute da und......wir sehen die Regenbogen! Nun macht er seinem Namen alle Ehre, er wird auch "Goldener Wasserfall" genannt. Total überwältigt und auch glücklich fahren wir zum Zeltplatz zurück und machen Nickerchen.


Donnerstag, 25.06.2015


Wir haben Glück und es ist wieder ein schöner Morgen. Vom Zelt aus können wir den Geysir beobachten und er ist sehr aktiv. Da aber wieder die Sonne scheint, ist unser guter Vorsatz, früh zu starten, damit es nicht so voll ist, leider dahin. Erst mal in Ruhe Kaffee trinken, duschen, abbauen usw.! Ist aber auch egal, wir haben ja schließlich Urlaub! Wir starten also mit dem Geysir, der phänomenal rüberkommt. Trotz der vielen Menschen kann ich mich auf Markus verlassen, der uns einen Platz an vorderster Front besorgt. Somit gelingt es mir, einen Ausbruch von Anfang bis Ende fotografisch fest zu halten. Genial! Nachdem das verdaut ist, machen wir uns bei 16 Grad und strahlendem Sonnenschein auf Nach Vik. Dort wollen wir zwei Tage bleiben, weil ich für morgen endlich meinen Ausritt auf dem Schirm habe. Unterwegs kommt leider wieder Wind auf und wir gönnen uns eine Pause am Seljalandsfoss, einem Wasserfall, den wir sogar von hinten begehen können. Das ist eine ziemlich nasse Angelegenheit, lohnt sich aber. Ausgeruht und nach einem Snickers auch gestärkt geht es weiter. Leider hält sich das schöne Wetter nicht und der Wind geht über in heftige Böen. Das Fahren wird wieder zur Tortur und wir sind froh, nach ca 30 km wieder einen Wasserfall, den Skogafoss, zu sehen an dem wir pausieren können. Ich habe das Gefühl, mir fallen die Arme ab. Und..... ich hasse Windböen! Wenn mir bei der nächsten Sauerlandtour einer die Ohren volljammert wegen viel Wind, den lach ich weg, glaubt es mir! Wir haben keine Wahl und müssen irgendwann weiter, noch einmal die gleiche Entfernung und über eine Bergkuppe, da wird es bestimmt besser. Geschissen Kamerad, nix wurd besser! Ich konnte am Campingplatz die Maschine kaum halten,aber auch da mußten wir durch. Also nicht lang gucken, Zelt klar machen mit allen Tricks, damit es nicht wegfliegt und ab in den Aufenthaltsraum, der natürlich total überfüllt war, weil alle vor dem Sturm flüchteten. Wir konnten noch ein Plätzchen ergattern um uns ein Bütterken zu machen. Markus hat dann noch schnell in die Wetter-App geschaut und irgendwas von 39km/h erzählt, was ich aber nicht hören wollte, weil ich eh total angepisst war.

Da es nicht besonders gemütlich war und auch zog wie Hechtsuppe sind wir schnurstracks ins Bett, was sollten wir auch anderes machen. Ich fand das eh besser, weil ich mir da sicherer war, das das Zelt nicht wegfliegt wenn wir drin liegen! Na, die Nacht kann ja heiter werden. Hoffentlich legt sich das bis morgen wieder, obwohl die App was anderes sagt.


Freitag, 26.06.2015


Neuer Tag, neues Glück! Neuer Tag ja, Glück nein. Nach dieser beschissenen Nacht pelle ich mich gotal gerädert aus dem Schlafsack. Markus hat natürlich gut geschlafen, ist eben ein Hawlitzky, die können immer und überall schlafen! Meine Laune auf dem Nullpunkt und reiten adé! Der Himmel ist schwarz, von Vik nix zu sehen und der Wind hat sich auf 54 km/h gesteigert. Was tun? Zum Aussitzen haben wir nicht wirklich die Zeit und außerdem soll es morgen noch schlimmer werden. Also weg hier. Mir ist ganz mulmig, wenn ich an die Fahrerei denke aber wir haben leider nicht die große Auswahl. Der Campingpaltz lädt auch nicht grad zum Verweilen ein, dazu ist er zu abgerockt. Der Aufenthaltsraum ist nicht besonders gemütlich und es zieht und die sanitären Anlagen lassen auch zu wünschen übrig. Der Zeltabbau ist ein ziemlicher Akt, aber irgendwie bekommen wir es hin. Und nun der schwerste Part, ich muss fahren. Markus tut sich auch etwas schwer,verpackt das aber besser als ich. Die Fahrt wird extrem anstrengend und ist auch nicht ungefährlich. Ich steh zwischenzeitlich kurz vorm Zusammenbruch,aber irgendwie schaffen wir die ersten 60km! Pumpen im Fitness-Studio ist ne Lachnummer im Gegensatz zu dem Kraftaufwand den wir hier an den Tag legen müssen! Auf der angesteuerten Tanke gönnen wir uns erst einmal ein Käffchen und ein Teilchen, denn das Frühstück fiel heute morgen ja aus. Es sprach uns ein Herr an und meinte, das es sehr gefährlich wäre mit den Motorrädern zu fahren, da es sehr windig wäre. Er kam von Skaftafell und wollte nach Vik. Wir bedankten uns für die Warnung und starteten trotzdem nach Skaftafell, denn schlimmer konnte es kaum werden. Entgegen der Erwartung, war es fast eine Spazierfahrt, nur die ersten paar Kilometer waren noch heftig, doch dann besserte sich das Wetter und wir kamen ohne Zwischenfälle auf dem Campingplatz am Nationalpark Vatnajökull in Skaftafell an. Der Nationalpark ist der größte Islands und der zweitgrößte Europas. Schon bei der Anfahrt sorgt der Gletschervulkan Öraefajökull für Gänsehaut, schneeweiss thront er über dieser schwarzen, düsteren Ebene. Total faszinierend! ..... und gefährlich. Bei einem Ausbruch 1362 hat er einen ganzen Ort mit 40 Bauernhöfen durch Schlammströme und Ascheregen ausgelöscht. Von der Spitze des Vatnajökull aus bewegen sich über ein Dutzend Auslassgletscher Richtung Küste. Das ist schon ein Anblick, bei dem man sich bewußt wird, wie klein man eigentlich ist. Und unter der Oberfläche lauern etliche altive Vulkane. Wir machen unser Lager fertig und genießen bei Abendsonne diesen spektakulären Anblick.


Samstag, 27.06.2015


Wir fahren heute morgen zum Brückenstück, das an den Ausbruch von November 1996 erinnern soll. Die Brücke wurde damals weitgehend zerstört. Unser nächstes Ziel ist Höfn. Natürlich nehmen wir noch so den ein oder andren Besichtigungspunkt mit wie z.B. den Svinafellsjökull. Wir sehen dort im Wasser riesige Eisschichten und Eisbrocken. Seit 2007 werden dort zwei junge Männer vermisst, wie eine Tafel, die die Angehörigen angebracht haben, aussagt. Da bekommt man echt eine Gänsehaut. Und natürlich besichen wir auf dem Weg den Jökulsarlón. Der Gletschersee ist mit bizarren Eisbrocken übersät, die bis zu 7 Jahren brauchen, bis sie klein genug sind um durch die Meerenge in den. Atlantik zu treiben. Irgendwie wirkt dieser Ort magisch und man kann stundenlang auf den See schauen und zusehen, wie sich die Eisblöcke bewegen und verändern. Leider war das Wetter nicht so schön, ich glaube bei Sonnenschein kommt das noch viel schöner. Anschließend geht es weiter nach Höfn, wo wir unser Lager im Regen aufbauen. Hier haben wir aber einen schönen, kleinen Aufenthaltsraum zur Verfügung, der sehr gemütlich ist. Kochen muss man zwar draußen, aber danach ist es drinnen um so wärmer und muckeliger. Leider ist der Router kaputt, so daß wir wieder keine Möglichkeit haben unsere Seite zu aktualisieren. Wir schlabbern lecker heißen Kakao und flitzen später in unser Zelt um bei Regen den Tag zu beenden.


Sonntag, 28.06.2015


Heute geht es nur von einem Platz zum Nächsten, ansonsten ist nix in der Planung. Wenn sich unterwgs noch etwas auftut, dann sehen wir uns das sicherlich an. Allerdings sind die meisten Besichtigungspunkte inzwischen abgearbeitet. Wir fahren nach Fáskrúdsfjördur. Die Fahrt gestaltet sich vielseitig was das Wetter angeht. Wir fahren wieder die Küstenstraße und haben eine atemberaubende Aussicht. Auf der einen Seite die Berge auf der anderen Seite das Meer. Phasenweise war es wieder so stürmisch, daß wir von der Aussicht nicht viel mitbekommen. Unterwegs steigt ein Autofahrer aus seinem Wagen, reißt den Arm hoch und zeigt uns mit Nachdruck Daumen hoch! Das motiviert, die schwierige Fahrt fortzusetzen. Im nächsten Fjord ist es wieder total windstill und wir nutzen die Gunst der Stunde, um uns einen Tee zu machen und ein Päuschen einzulegen. Währenddessen fahren drei Motorräder vorbei und wir erkennen die drei Jungs, die wir in Reykjavik auf dem Campingplatz kennengelernt haben. Die kommen aus Sprockhövel, Solingen und Hamburg. In Reykjavik kamen wir um die Ecke und sehen direkt ein EN-Kennzeichen, also direkt vis à vie bei uns zu Hause, das war natürlich witzig wenn man sich auf Island befindet. Wir nehmen unsere Reise wieder auf und das hin und her überholen setzt sich die ganze Fahrt wie ein roter Faden durch. Im Endeffekt landen wir natürlich auf dem selben Platz. Es ist ein schöner, kleiner Platz mit Duschen und Toiletten aber keinem Raum zum Aufwärmen und es regnet immer noch. Markus hat die zündende Idee, unsere zweite Plane doch einmal anzutesten. Gesagt, getan! Erst einmal die Holzbank mit Tisch vors Zelt geschoben, rechts und links zwei Stangen und Plane drüber und mit Seil und Haken abspannen, fertig ist die Gartenlaube. Wir laden die Jungs, Norbert, Lothar und Michael in unser überdachtes Domizil ein, was sie, wie ich denke, dankend annehmen um auch ein wenig im Trockenen zu sitzen und verbringen einen schönen gemütlichen abend, der zwar kalt ist aber immerhin von oben trocken. Wir ließen den Abend bei Benzingesprächen langsam ausklingen. Vor dem Schlafen gehen marschiere ich noch unter die Dusche, die richtig schön heiss ist und krabbel dann aufgewärmt direkt in den Schlafsack.


Montag, 29.06.2015


Da wir heute eine Auszeit nehmen wird erst mal lang geschlafen, bis 8:30. Wir frühstücken ganz in Ruhe mit den Nachbarn unterm Dach, denn es regnet leider immer noch. Der Campingplatz ist echt schön gelegen, mit einem Bach direkt neben unserem Zelt und einem See nach vorne raus. Bei dem Wetter kann man es leider nur nicht so richtig geniessen. Wir packen uns in die Regenklamotten nachdem die Jungs abgefahren sind und machen einen Bummel durchs Örtchen, eben noch einkaufen und zurück geht es Richtung Zelt. Wir nutzen unsere Überdachung und machen es uns weitgehend gemütlich. Markus macht uns den Benzinkocher an und wir haben ein kleines Feuerchen auf dem Tisch, das echt ganz gut Wärme abgibt. Beim Abendessen gönnen wir uns eine Flasche Rotwein, die die nötige Bettschwere gibt und damit ist der Tag recht unspektakulär zu Ende. Alllerdings tat die Pause trotz schlechtem Wetters ganz gut.


Dienstag, 30.06.2015


Wir haben Glück, heute morgen hört es tatsächlich erst einmal auf zu regnen. Wir hoffen, dass das Zelt antrocknen kann damit wir es nicht nass zusammenlegen müssen. Für die nächsten zwei Tage haben wir bereits in Deutschland ein Cottage gebucht um uns für die Fähre in Ruhe zu organisieren. Nach unserem Frühstück telefoniere ich erst einmal mit unserem Outdoor-Store, weil gestern meine Luftmatratze kaputt gegangen ist. Die Nacht war dem entsprechend nicht so ganz toll, ich habe irgendwie immer auf einem Hügel gelegen und um 6:00 war die Nacht dann auch rum wegen Rückenschmerzen. Von daher bin ich ganz froh, heute Nacht in einem Bett schlafen zu können. Wir packen unsere sieben Sachen zusammen und fahren nach Störa-Sandfell, das ist kurz hinter Egilsstadir. Von hier aus sind es am Donnerstag morgen nur noch ca. 40 km bis zum Hafen, da wir schon recht früh da sein müssen, ist es der optimale Ausgangspunkt. Ich bin total begeistert von dem Cottage, der Umgebung und der Gastfamilie. Johanna, die hier alles managt ist eine sehr nette Person, hilfsbereit und sehr fröhlich. Wie sich nun heraus stellt war es die richtige Entscheidung. Draußen ist es inzwischen wieder echt kalt und es regnet kräftig. Aber..... wir sitzen jetzt gerade in unserem Häuschen mit Heizung und haben die Klamotten und Inhalte sämtlicher Taschen im Raum verteilt und freuen uns gleich auf ein warmes Bett. Bis dahin wird sich ums Schreiben und laden gekümmert, soweit die Verbindung das zuläßt. Vielleicht wird es morgen ja doch noch besser, dann drehen wir noch eine letzte Runde auf Island.


Mittwoch, 01.07.2015


Leider ist es heute unser letzter Tag auf Island. Da sich das Wetter nicht gebessert hat und es weiterhin regnet, machen wir es uns in unserem Cottage gemütlich und kümmern uns um unsere Seite. Markus setzt die Fotos ins Netz, was doch einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Ich mache noch einen Rundgang über Stóra-Sandfell, genieße die Landschaft und verweile eine ganze Zeit bei den Pferden. Diese Ruhe könnte man stundenlang genießen. Ein Quätschchen mit dem Herrn des Hauses rundet die ganze Sache noch ab. Ich konnte raushören, wie glücklich die beiden auf diesem Fleckchen Erde sind und mit welcher Hingabe hier alles gepflegt wird. Außerdem muss ich Johanna noch einmal meinen Dank ausprechen, weil sie gestern abend noch unsere Wäsche gewaschen und getrocknet hat und das alles mit Hol- und Bringedienst. Das ist schon ein Knaller! Für sie war das selbstverständlich und mir war es schon fast peinlich. No problem, you're welcome sagte sie mit einem strahlenden Lächeln und weg war sie. Somit können wir morgen früh entspannt nach Seydisfjördur fahren und die Fähre nach Hirtshals nehmen. Und das Kapitel "Island" ist somit erst einmal nach ca. 3600 gefahrenen Km abgeschlossen. Jetzt wird Norwegen in Angriff genommen!


"An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal ganz ganz doll bei Isa bedanken, die meinen Traum von Island mitgemacht hat. Wir sind im Schnee, Regen, Wind und bei 0,5 Grad Motorrad gefahren, haben von 23 Tagen auf Island 20 mal im Zelt geschlafen ohne jeglichen Komfort ( ein Aufenthaltsraum war schon Komfort genug ) und sie hat nicht einmal gezickt oder rumgemault."

DANKE SCHATZ


Donnerstag bis Samstag, 02.07-04.07.2015


Heute morgen verabschiedet Island sich mit super Wetter. Ich mache mir also keinen Sorgen wegen starkem Wind, das ist schon einmal gut. Diesmal können wir den Pass nach Seydisfjörde in strahlendem Sonnenschein genießen und es ist wunderschön. Wesentlich weniger Schnee als bei der Ankunft und..... kein Wind! Am Hafen treffen wir einige alte Bekannte und vertreiben uns die Zeit mit quatschen. Der Check-in läuft reibungslos und nun haben wir 2 Tage Zeit und ggf. Langeweile. Auf so einer Fähre steppt ja nicht grad der Bär. Ich hoffe, das mir diese Überfahrt besser bekommt. Im Tax free shop kaufen wir erst einmal Bierchen und sitzen mit Michael, Norbert und Lothar auf Deck und vertreiben uns die Zeit. Es gibt viel zu erzählen und den ersten Tag bekomme ich ohne Übelkeit über die Bühne. Den zweiten kriegen wir auch gut rum. Erst einmal ganz in Ruhe Körperpflege, alles was ein wenig zu kurz gekommen ist in den letzten drei Wochen. Mann, das ist echt schön, die Nägel anständig, Haare gepflegt und rasiert! Man ist beim Reisen mit Zelt doch sehr minimalistisch unterwegs aber die Prioritäten liegen da eben auch eher mal auf einem Dach bei Regen! Mir bleibt die Seekrankheit erspart und abends geht es tatsächlich zum Buffet. Wir haben so ziemlich alles probiert und im Anschluss waren wir ganz schön voll gefressen. Ab in die Betten, übrigens Etagenbetten, ich hab oben geschlafen, mit Kindergitter! Hatte Angst, raus zu plumpsen. Am Morgen hieß es drei Stunden vor Ankunft die Kabine zu verlassen, also haben wir es uns wieder auf Deck gemütlich gemacht. Es war ziemlich nebelig, also nicht ganz so einladend. Pünktlich in Hirtshals angekommen haben wir nach dem auschecken direkt eine Fährverbindung für morgen nach Norwegen klar gemacht. Wir waren zuerst bei Color-Line, die haben 250,-€ aufgerufen, sind aber dann noch zu Fjord-Line gefahren, die nach Langesund nur 100,-€ verlangt haben. Gesagt, gebucht! Anschließend sind wir auf den schon bekannten Campingplatz in Hirtshals und konnten den Rest des Tages trotz Nebel aber mit angenehmen Temperaturen im T-Shirt verbringen. Erst einmal zum Supermarkt, die Vorräte auffüllen und danach mal wieder umpacken. Soweit alles ganz entspannt, nach dem Essen dann noch einen Spaziergang zum Strand, den wir aber leider kurzfristig verschieben musten, weil ich blöde Kuh mir den Finger an der Schwingtür auf der Toilette geklemmt habe. Es hat mächtig geblutet und wir sind erst einmal zum Zelt zurück, damit ich mir erste Hilfe verpassen konnte! Mein Finger sah echt mitgenommen aus, ist aufgeplatzt! Da werde ich wohl ein paar Tage was von haben. Den Spaziergang haben wir dann später doch noch gemacht, nachdem mein Kreislauf wieder auf Posten war. Es wird also bei uns nie langweilig, auch wenn ich immer den ganzen Mist ab bekomme!