Dienstag, 13.10.2015

Die Überfahrt nach Ancona war ohne besondere Vorkommnisse, eben langweilig, wie Fährfahrten eben so sind. Wir kommen auch pünktlich in Ancona an und haben schon einen Campingplatz im Auge, den wir ansteuern. Leider empfängt Italien uns mit schlechtem Wetter und da es immer dunkler am Himmel wird und wir geradewegs in die dunkle Wand hineinfahren, entschließen wir uns, doch in einem kleinen Dorf ein Zimmer zu nehmen. Markus hat die Vorhut gemacht und mit einem kleinen Italiener den Zimmerpreis vehandelt, war ne harte Nuss aber hat geklappt! Die Anreise war ebenfalls sehr speziell, denn wir mußten erst einmal ein paar Treppchen runter fahren um die Pension zu erreichen. Nico, der Besitzer des Hotels hatte direkt den Spitznamen " General Nico". Der war super nett, hatte aber immer (natürlich auf sehr freundliche Art) den Befehlston am Leib. Wir haben uns total abgerollt! Nach dem ersten Bierchen fing es an zu regnen und wir waren in unserer Entscheidung bestätigt, ein Zimmer zu nehmen! Eben noch eine Kleinigkeit essen und ab ins Bett.

Mittwoch, 14.10.2015

Der Tag beginnt für einen Motorradfahrer echt beschissen! Es regnet wie aus Eimern, ganz toll! Aber, wir wollen natürlich direkt weiter nach Spanien! Also, Regenzeug an und auf geht's! Wir sehen zu, daß wir nach Civitavecchia kommen, um uns nach einer Passage für heute zu erkundigen. Der Tag gönnt uns kaum trockene Abschnitte und die Fahrerei ist echt ätzend. Am Hafen angekommen sitzen wir erst einmal zwei Stunden rum, bis der passende Schalter aufmacht. Wir bekommen die Überfahrt für heute gebucht und haben nun noch einmal vier Stunden zu überbrücken bis zum Boarding. Gute Idee von Markus, wir fahren zum Lidl, bischen was einkaufen für die Überfahrt und wenn es wieder regnet, dann stehen wir im Trockenen und können in Ruhe umpacken. Vier Stunden am Lidl stehen, im strömenden Regen kann zwar auch sehr interessant sein, war aber im Endeffekt ganz schön nervi. Und das Wetter wollte einfach nicht besser werden. Aber auch den scheiss haben wir überstanden und sind dann um halb zehn endlich auf die Fähre gekommen. In den zwei Stunden am Hafen haben wir noch einige nette Motorrad-Reisende getroffen und somit ging die Zeit dann doch noch ganz gut rum. Motorräder sichern wird inzwischen überbewertet, abpacken und gehen ist angesagt, wird schon klappen! Wir marschieren direkt in unsere Kabine und richten uns häuslich ein, um die nächsten 20 Stunden zu überstehen. Es sind auch die letzten 20 Stunden Fähre auf unserer Europa-Tour, Gott sei Dank!

Donnerstag, 15.10.2015

Wir sind endlich in Barcelona angekommen, leider mit 2 Stunden Verspätung und somit ist es schon wieder dunkel. Wir haben uns einen ganzjährig geöffneten Camppingplatz raus gesucht, der nur 60 km entfernt ist und über die Autobahn gut zu erreichen. Allerdings müssen wir erst einmal raus aus Barcelona und das sieht wie folgt aus: Runter vom Hafengelände, dort werden wir erst einmal getrennt, so'n scheiss! Dank der Funke kriegen wir das natürlich geregelt. Dann kommt die zweite Herausforderung! Ein ziemlich großer Kreisverkehr, ziemlich groß heißt, daß manche Dörfer in Rumänien die gleiche Größe hatten! Da geht nur Augen zu und durch drängeln und feststellen, daß drei beinahe Unfälle passieren! Das ist echt immer wieder der Hammer, wie die im Süden fahren!! Geschafft...und nun nix wie weg hier. Am Campingplatz angekommen wird im Dunkeln mit "Hirnbirn" aufgebaut und anschließend in der Taverne ein gutes Abendessen eingenommen. Wir machen noch einen kurzen Rundgang und stellen fest, daß dies echt ein Hightech-Campingplatz ist. Alles vorhanden und sehr gepflegt. Zeit ins Bett zu gehen, denn wir wollen morgen recht früh weiter um Kilometer zu schaffen.

Freitag, 16.10.2015

Letzte Nacht hat Markus es auch geschafft, ein Steg seiner Matratze ist gekracht. Es ist nicht wie bei mir der Mittelsteg, deshalb klappt es für die letzten Tage auch noch mit der Pennerei und wir kümmern uns zu Hause darum. Wir starten um 9:30 Uhr (echt früh für uns!) und nehmen die Autobahn gen Andalusien. Das kostet uns eine ganze Mange an Maut, aber egal. Wir schaffen es heute bis "Calpe"  und sehen an der Rezeption des Campingplatzes schon ein Schild mit der Info: Voll! Na super! In der Hoffnung, daß doch noch ein Eckchen für unser Zelt frei ist, warten wir auf den Manager. Leider Pech gehabt (wobei wir uns nicht ganz sicher sind, ob es wirklich so voll ist oder ob er nur keinen Bock auf Motorradfahrer hat, war irgendwie komisch unterwegs der Gute....) Er empfiehlt uns aber einen anderen Camping ein Stückchen weiter und dort ist auch Platz für uns. Nach dem Hausbau wird gekocht, ein Weinchen getrunken und gut ist für heute.

Samstag, 17.10.2015

Heute nehmen wir die Küstenstraße, da uns das mit der Maut doch echt zu teuer wird. Die Fahrt gestaltet sich recht unspektakulär. Eigentlich auch nur Kilometer abreißen. In der Nähe von "Almeria", mitten im Nirgendwo steuern wir einen Campingplatz an, der erstaunlicherweise auch wieder extrem voll ist. Hier gibt es auch wieder alles, vom Supermarkt über die Taverne bis zur Bar. Wir finden noch ein gutes Plätzchen und richten uns häuslich ein. Erst einmal ne gute Dusche nehmen, anschließend essen gehen und dann noch ein Bierchen vor dem Zelt.

Sonntag, 18.10.2015

Heute ist Endspurt angesagt und wir wir wollen endlich in "Monda" bei unserem Freund Klaus ankommen. Wir reißen auf dem Weg die Sierra Nevada an und haben damit mal wieder eine schöne Strecke zu fahren. Das Wetter sieht allerdings nach Regen aus. Die Temperaturen sind optimal zum Fahren, bleibt zu hoffen, daß es trocken bleibt. Am späten Nachmittag erreichen wir "Monda" und finden auch recht schnell das gesuchte Haus. Da es schon wieder drei Jahre her ist, daß wir uns gesehen haben, ist die Wiedersehensfreude mit Klaus, seiner Frau Biggi und Tochter Chiara sehr groß. Erst einmal die Motorrräder parken und gemütlich auf der Terrasse sitzen und plaudern. Wior haben über booking.com eine Finca gefunden, in der Zimmer vermietet werden, dort wollen wir später vorbei fahren und schauen, ob was geht. Später macht uns allerdings das Wetter einen Strich durch die Rechnung und es schüttet wie aus Eimern! Nachdem es nicht nach Besserung aussieht haben wir keine Wahl und setzen uns auf die Motorräder um die ausgesuchte Bleibe aufzusuchen. Klatschnass erreichen wir diese auch aber leider ist kein Einlass in Sicht, da es weder eine Schelle am Tor gibt noch eine Telefonnummer oder Sonstiges. Unverrichtete Dinge laufen wir wieder bei Klaus ein und bitten um Asyl. Da das Haus recht klein ist, wollen wir unseren Freunden natürlich nicht so auf die Pelle rücken und Klaus ruft noch einen Freund an, der auch Zimmer zur Verfügung stellt, um zu klären, ob wir ab morgen für eine Woche dort wohnen können. Für heute belagern wir das Gästezimmer bei Klaus und sitzen noch bei strömendem Regen auf der überdachten Terrasse und quatschen bei Bierchen bis halb zwei in der Nacht.

Montag, 19.10.2015

Heute morgen sind wir nicht ganz so fit, weil nicht so gut geschlafen wegen kleinem Bett! Aber egal, wir fahren erst einmal nach "Coin" um mit Klaus und Biggi zu frühstücken und treffen später noch einen Kumpel von Klaus. Um 16:00 Uhr sind wir mit Josef verabredet, um uns den Schlüssel zur Finca abzuholen. Josef ist mal ein total entspannter Typ, zeigt uns unser Zimmer und den Rest des Hauses und gibt uns den Schlüssel und Fernbedienung für's Rolltor. Da er nachts in "Marbella" arbeitet, ist er auch gleich wieder verschwunden. Klaus ist so lieb und fährt uns hin und her, damit wir schon einmal die abgepackten Klamotten rüber bringen können, anschließend die Motorräder aus der Garage holen und umziehen. Unterwegs waren wir noch einkaufen und ich habe abends zum Essen eingeladen. Es kam noch ein Gast mehr, Christian, der hier auf Karten warten musste, die er in Deutschland vergessen hatte, um seine Tour durch Afrika zu starten. Da unser Klaus ein Guter ist und hilft wo er kann, war Christian natürlich auch versorgt. Es war ein sehr schöner, gemütlicher abend und da Chiara morgens in die Schule musste, hat sie nach dem Essen schon einmal auf der Couch geschlafen und sah bei Abfahrt mitten in der Nacht ziemlich zerknautscht aus.

Dienstag, 20.10.2015

Heute passiert nicht viel, nach dem Ausschlafen und gemütlichem Kaffetrinken auf der Terrasse beschließen wir, einen Fußmarsch nach Monda zu starten, da wir beide auf Motorrad fahren keine Lust haben. Der Weg ist doch weiter, als es den Anschein machte. Aber egal, wir halten durch und treffen uns mit Klaus im Dorf in der Luna Bar. Die haben mal richtig leckere Tapas und dazu noch für kleines Geld. Dort verweilen wir einige Stunden und lassen es uns gut gehen. Abends hat Klaus Mitleid mit uns und fährt uns mit dem Auto nach Hause.

Mittwoch, 21.10.2015

Gestern hat Josef uns die Terrasse gemütlicher gemacht und Tisch und Stühle ausgepackt, damit wir anständig sitzen können. Außerdem ist das Wetter auch wieder besser, somit regnet nicht alles ein. Wir haben uns für heute Gibraltar vorgenommen und starten, natürlich nach ausgiebigem Kaffee trinken, gegen Mittag durch. Die Fahrerei macht Spaß. Bevor wir die Grenze passieren machen wir Rast gegenüber vom Felsen und der Stadt. Was wir da sehen ist irgendwie nicht so schön, denn Gibraltar ist von den Häusern ziemlich in die Höhe gebaut, weil ja nicht so viel Platz auf diesem Abschnitt ist. Anschließend machen wir uns auf und fahren über die Grenze, wissen aber direkt, daß wir nicht sehr lange bleiben werden. Gefühlte tausende Roller, die rechts und links und überall überholen und jede Menge Menschen, die sich auf die Füße treten. Also......viel zu voll! Wir fahren Richtung Felsen und es wird noch voller.  Der Aufstieg ist somit abgesagt und wir beschließen, doch schnell wieder zu verschwinden. Nachdem wir wieder raus sind und einen Aussichtspunkt erreicht haben, machen wir ein kleines Päuschen, schießen noch ein paar Fotos und fahren gen Finca nach Monda. So Dinger sind echt zu stressig für uns und da haben wir keinen Bock mehr drauf!

Donnerstag, 22.10.2015

Heute Mittag ist eine Motorradrunde mit Klaus und seiner umgebauten BMW geplant. Das Wetter ist super zum Fahren und wir starten so um 14:00 Uhr durch. Ziel ist das Unter Wanderen bekannte Klettergebiet "El Chorro", eine wunderschöne Strecke durch die Berge. Dort schauen wir uns dann auch den "Caminito del Rey" an."Der Königspfad" ist ein vier Kilometer langer Wanderpfad, der in ca. 100 Metern Höhe entlang steiler Wände durch bis zu 200 Metern tiefe Schluchten führt. Der Weg war lange verfallen und wurde als der gefährlichste Weg der Welt bezeichnet. Seit diesem Jahr ist er wieder eröffnet, aber leider für uns dieses Mal nicht zu begehen, weil die Karten bis zu 6 Monaten schon ausgegeben sind. Beim nächsten Spanienbesuch werden wir aber dabei sein! Ich weiß zwar nicht, ob ich den durchstehe aber einen Versuch werde ich starten. Anschließend gehen wir noch eine Kleinigkeit essen und fahren dann ein schönes Tourchen wieder nach Monda.

Freitag, 23.10.2015 bis Sonntag 25.10.2015

Dieses Wochenende lernen wir ein bischen die Motorradszene von Spanien kennen. Freitag im Clubhaus bei Klaus ein Bierchen trinken und Samstag fahren wir zu einem anderen Club und treffen einige Bekannte von Klaus. Ist echt nett und wir lernen auch viele gute Leute kennen. Am Sonntag passiert gar nix, weil es uns erwischt hat! Schnupfen und Husten vom Feinsten. Ich kontaktiere Josef, unseren Vermieter und kläre die spätere Abfahrt. Mit Rotznase und ziemlich Unwohlsein müssen wir uns nicht auf die Mopeds setzen! Also, ab auf die Couch, Teechen trinken und (ganz fremd) fernsehen schauen.

Montag, 26.10.2015
Heute out of order.....krank!

Dienstag, 27.10.2015
Heute geht es schon wieder besser und wir verabreden uns mit Klaus und Familie um abends Tapas essen zu gehen und den Abschied einzuläuten. Leider gestaltet sich die Tapas Schiene etwas schwierig und so landen wir in einem Restaurant in "Coin" und essen trotzdem gut. Wir verbringen einen total schönen Abend und quatschen noch einmal viel von früher, gemeinsamen Bekannten usw. Irgendwann ist es dann leider soweit....wir müssen uns verabschieden und dieser fällt echt schwer, weil wir uns, wie jedes Mal, wieder sauwohl gefühlt haben! Nichts desto Trotz marschieren wir in unsere Finca und packen noch ein paar Kleinigkeiten, die morgen noch auf's Motorrad müssen und dann geht es ab ins Bett.

Mittwoch, 28.10.2015
Pünktlich um 9:00 Uhr trudelt Josef mit seiner Harley an der Finca ein. Wir haben schon fast alles aufgepackt, machen noch ein gemeinsames Foto, verabschieden uns und starten dann Richtung Heimat. Nach ca. 600 km machen wir Halt in "Las Dunes" , bauen schnell unser Zelt auf und frieren uns bei nur noch 12° echt einen ab. Also gibt es heute eine Suppe zum Abendbrot und anschließend eine gut heiße Dusche, die ausgiebig genutzt wird! Irgendwie kommen wir uns schon wieder vor wie im Winter und wollen morgen dann doch schnell weiter.

Donnerstag, 29.10.2015
Kaffeetrinken macht heute morgen leider keinen Spaß, weil es immer noch ziemlich kalt und auch feucht ist! Somit sehen wir zu, daß wir schnell packen und los kommen. Inzwischen wieder mit Innenfutter und langer Unterwäsche. Wir schaffen es bis Frankreich, nach "Biarritz" und müssen feststellen, daß die meisten Campingplätze schon geschlossen sind. Auch unsere App gibt keine Info's über Öffnungszeiten. Da es langsam dunkel wird, entscheiden wir uns nun für ein Hotel, da die Suche nach einem Platz ziemlich müssig ist. Wir landen in einem kleinen Hotel, das im 60iger Jahre Stil aufgebaut ist. Die Betreiber sind echt sehr zuvorkommend. Die Motorräder parken wir im Vorgarten und somit ist alles gesichert. Die Temperaturen sind in Frankreich grad echt noch angenehm, über den Tag hatten wir 22° und heute abend können wir auch noch gemütlich draußen sitzen. Nach einem kleinen Abendessen geht es ab ins Bett, damit wir morgen recht früh los kommen.

Freitag, 30.10.2015
Heute schauen wir mal wieder, wie weit wir kommen. Allerdings fängt es leider auch schon nicht gut an, ziemlich viel Verkehr, egal ob Landstraße oder Autobahn, alles irgendwie scheisse. Gegen vier Uhr haben wir die Schnauze voll und kümmern uns um eine Bleibe. Wir steuern einen Campingplatz in Saint-Palais an, in der Hoffnung, daß der noch geöffnet ist. Und siehe da, wir haben Glück. Schnell aufbauen, weil es doch wieder arschkalt wird.....und zur Abwechslung noch einmal Antimückenspray schmieren. Die Viecher fliegen hier ziemlich tief und in Massen. Wir kochen uns heute abend wieder ein Süppchen zum aufwärmen und machen uns früh auf die Matratzen. Wir haben überlegt, noch einmal in die Pyrenäen oder die Alpen zu fahren, das ja noch einwenig Zeit zur Verfügung steht aber der Wetterbericht sagt nix Gutes an und im Regen müssen wir die Berge auch nicht haben. Krisensitzung beendet und Entscheidung getroffen......morgen geht es ab nach Hause!

Samstag, 31.10.2015
Heute wird noch einmal in Ruhe Kaffee getrunken, dann abgebaut (wahrscheinlich zum letzten Mal) und wir starten gen Heimat! Der Plan ist Autobahn und gib ihm. Wenn wir nicht mehr können, ein Hotel suchen und morgen weiter. Ich glaub es immer noch nicht aber wir schaffen tatsächlich die gesamten 1068 km und kommen ziemlich durchgefroren um 00:30 Uhr auf unserem Hof in Wuppertal an. Das war schon ne harte Nummer! Dennis und Phillipp haben uns mit einem AKB empfangen und nach ein bischen plaudern sind wir geschafft in unsere Wohnung und haben es uns direkt in unserem Wasserbett gemütlich gemacht. Das ist zur Abwechslung auch mal wieder schön aber das Fernweh bleibt leider. Wir werden sehen, ob sich noch ein Angebot auftut und machen dann vielleicht noch einen Abstecher mit dem Flieger irgendwo hin. Morgern erst einmal die Familie beglücken und dann sehen wir weiter.