Donnerstag, 13.08.2015

Mein Auge ist soweit abgesschwollen, daß ich heute wieder fahren kann. Die Temperaturen steigen auf unmögliche 38° und es ist ätzend zu fahren. Noch dazu ist die Strecke total langweilig oder wir stehen zum dreißigsten Mal in einer Baustelle. Nach ca. 150 km erreichen wir die rumänische Grenze und man glaubt es kaum, die ist noch mit Beamten besetzt, die natürlich sehr wichtig sind. Markus musste erst einmal den Helm abnehmen, damit die Papiere mit dem dazugehörigen Gesicht abgecheckt werden können. Mir bleibt das mit Klapphelm Gott sei Dank erspart. Nachdem wir so ziemlich alle Papiere rausgekrost haben (deutscher Führerschein, Ausweis, Fahrzeugschein) und beteuert haben, keine Waffen mit uns zu führen, wünschte man uns einen schönen Aufenthalt in Rumänien. Nachdem die Prozedur geschafft war, ging es weiter in Richtung "Siebenbürgen". Wir hatten noch um die 120 km in der Planung, haben aber Ausschau nach einer Pension gehalten, weil der Himmel ziemlich dunkel wurde und wohl später ein Gewitter zu erwarten war. Markus wurde fündig und wir landeten in einer netten Pension, etwas abseits der Straße. Erst mal ein Bierchen und zur Begrüßung einen kleinen "Palinka". Das war eher eine kleine Karaffe und das Zeug ging sofort ins Hirn. Da wir uns aber nicht lumpen lassen, haben wir den "Kleinen" , waren 4 große Pinnchen, natürlich vernichtet. Danach ging es uns echt gut und das Gewitter konnte dann auch nicht mehr schocken. Es hat geregnet wie aus Eimern aber danach war die Luft um Einiges angenehmer. Wir lernten noch eine nette Frau namens Helga kennen, die uns einige Tips für Rümänien gab und machten uns mit 2 Fläschchen Bier in unser Zimmer auf um den Abend zu beenden. Markus hat noch eine dreiviertelstunde mit der Familie geskypt und dann war Zeit zum Schlafen.


Freitag, 14.08.2015

Heute machen wir uns auf in Richtung Berge nach "Viseu de Sus", dort soll es eine nette Pension geben, die von einem Deutschen geführt wird. Wenn uns der Ort gefällt bleiben wir vielleicht einen Tag. Es ist eine wunderschöne Strecke mit vielen Kurven. Allerdings kann man auf dem Asphalt Offroad-Training machen. So beschissene Straßen hatten wir die ganze Zeit noch nicht. Die Augen konstant auf der Fahrbahn, damit man bloß kein Schlag...krater erwischt. Es ist schon extrem mühselig, über weite Strecken nur Slalom zu fahren und dabei ganz schön durchgeschüttelt zu werden. Um ca. 14:00 Uhr erreichen wir den angepeilten Ort und kämpfen uns durch Mega Verkehr zur Pension. Wir fragen nach einem Doppelzimmer, was wohl kein Problem ist. So hörte es sich zumindest an.......Im Zimmer angekommen, sahen wir drei Betten und ahnten schon, daß es Ärger geben wird. Ich fragte das Mädel an der Rezeption ob es seine Richtigkeit hätte und wir ja wohl nur für zwei Personen zahlen. Englisch geht hier meistens gar nicht und deutsch konnte das Mädel auch nicht. Sie wollte es uns so verkaufen, daß Frühstück exklusive ist. Da wir das Zimmer nun schon bezogen hatten und auch keinen Bock mehr hatten, auf die Suche zu gehen, haben wir es als Lehrgeld hin genommen. Also wieder altes Konzept, erst anschauen und dann zusagen oder auch nicht! Trotzdem ist die Anlage sehr schön. Wir machen noch einen Stadtbummel und lassen den Abend kurz nach dem Essen auch früh zu Ende gehen. Morgen geht es weiter und ärgern tue ich mich immer noch.


Samstag, 15.08.2015

Heute geht es weiter durch Transsilvanien. Wieder in die Berge und für's Erste ist die Strecke sehr schön und der Asphalt gut. Das ändert sich nach einiger Zeit und die Slalom-Offroad-Schlagloch-Fahrt beginnt von Neuem. Wir sehen zum erstan Mal Zigeuner Siedlungen, die ziemlich ärmlich aussehen. Einfache Bretterbuden mit Folie abgedeckt und bewohnt von wer weiß wievielen Menschen und die Kinder teilweise am Straßenrand zum Betteln. Bei den älteren Mädels bin ich mir allerdings nicht so sicher, ob es ums betteln ging. Wilde Hunde haben wir ebenfalls gesehen und da wir so einiges darüber gehört haben, waren wir auf Hab acht Stellung. Gott sei Dank war nur einer dabei, der an uns dran wollte. Des Weitern stand eine Herde Kühe incl. Bullen auf der Straße und der flößte uns echt Respekt ein und einen Rückwärtsgang haben Motorräder bekanntlich ja nicht. Irgendwann wurden die Straßen wieder besser und wir machten Pause in einer kleinen Cantina, der ein Minimarkt angeschlossen war. Die Herrschaften draußen waren sehr freundlich und hatten Spaß an uns. Ein Opa war voll stunkelig und ich hatte Angst, daßder umfällt beim Laufen aber die anderen sagten das wär ok, der wär nur total voll. Markus hatte derweil einen Abenteuereinkauf im Lädchen. Dort wurde mit ca. 6 Mann nach gekühlter Cola gesucht! Die Ausbeute war ein Flöschchen, da ansonsten nur Alkohol in der Kühlung stand. Zur Belohnung hat Markus noch eine Tafel Schokolade von einem Opi bekommen. Weiter geht's mit wunderschönen Strecken und wir erreichen einen Nationalpark, an dem die Hölle los ist. Wahrscheinlich ist heute Feiertag, denn viele Rumänen haben Trachten an. Die Strecke dort erinnert an die Pyrenäen. Leider fahren die hier wie die Doofen und der Himmel ist verdächtig schwarz. Es dauert nicht lange und der Guss kommt in vollen Zügen. In null komma nix sind wir durchnässt und beschließen, die nächste Pension anzusteuern. Wir brauchen gar nicht absteigen, da ruft uns eine junge Frau, die auch nach einem Zimmer gefragt hat zu, daß nichts mehr frei ist. Also weiter fahren und wie es so ist, tut sich nun grad gar nichts mehr auf. Irgendwann haben wir Glück und finden das "Rubin" und die haben grad noch ein Zimmer frei. Erst mal raus aus den nassen Klamotten und unter die Dusche, anschließend essen gehen, denn wir haben ziemlich Hunger. Wir gönnen uns das volle Programm mit Suppe und Hauptspeise. Dessert könne wir später bestellen......dachten wir! Die Suppe war schon eine Hauptspeise und ich wäre eigentlich danach satt gewesen aber es kamm ja noch ein Kotelett mit Walnüssen und Pommes. Die Pommes hätte ich mir sparen können, war viel zu viel! Auch Markus musste ziemlich stopfen und fragte unschuldig, wer denn sohl die Idee mit der Suppe hatte. Nachtisch adé, ein anderes Mal vielleicht!


Sonntag, 16.08.2015

Wir nehmen weiterhin Dracula's Spur auf. Die Straßen sind wie immer gewöhnungsbedürftig, bis auf die ersten 30 km. Bei angenehmen Temperaturen können wir bei sehr guter Straße schöne Serpentinen fahren und genießen. Wir fahren bis "Bran", wo das Schloss steht, in dem Dracula oft zu Gast war, sagt man. Gegen nachmittag verdunkelt sich der Himmel wieder, das scheint hier wohl normal zu sein. Wir schaffen es aber im Trockenen zu unserem Campingplatz mit dem schönen Namen: "Vampire-Camping". Dieser liegt am Fuße des Berges, auf dem das Schloss "Bran" liegt. Während der Anmeldung läuft jemend ganz interessiert um unsere Motorräder herum und spricht uns dann auch an. Wie sich herausstellt kommen er und seine Frau, auch mit Motorrad, aus Australien. Wir schlagen unser Zelt direkt daneben auf und haben somit einen sehr netten Kontakt gefunden. Die Beiden sind schon 23 Monate unterwegs und haben verdammt viel erlebt. Ist total interessant! Da wir aber alle müde sind, wird der Abend recht früh beendet. Morgen ist ja auch noch ein Tag!


Montag, 17.08.2015

Eigentlich wollten wir heute weiter fahren und die Burg auf dem Weg mitnehmen aber irgendwie sind wir hängelig und beschließen doch einen Tag hier zu bleiben. Wir unterhalten uns noch ein wenig mit unseren Nachbarn und verabreden uns auf einen Drink heute abend. Nach einer gemütlichen Frühstückszeit machen wir uns zu Fuß in Richtung Schloss "Bran" auf, ist nur ca. 1 km entfernt. Dort ist die Hölle los und wir sind froh, nicht gefahren zu sein. Eigentlich würden wir gerne eine Besichtigung machen aber die Warteschlange ist endlos lang und es dauert mindestens 2 Stunden, bis wir überhaupt an der Kasse angelangt sind. Das tun wir uns nicht an und schauen uns lieber die üblichen Nippes-Buden an und probieren ein paar typische Leckereien, wie z.B. das Schokoladenbrot (voll lecker!!!) Wir beschließen, uns auf den Rückweg zu machen und am Campingplatz die Seite aufzuarbeiten. Die Entscheidung war Bombe, sind grad noch halbwegs trocken angekommen. Nun gewittert es kräftig und wir warten mal ab, was noch so kommt. Nun sind wir erst einmal wieder up to date und das Wetter hat sich auch gebessert und neue Gäste kommen an. Darunter einige Engländer mit Motorrad und auch ein riesen Truck mit einer GS im Gepäck. Das ist schon ein Wahnsinnsteil. Grant und Julie aus Australien sind inzwischen auch wieder eingetrudelt und wir kommen alle ins Gespräch. Der Truckfahrer macht gerade eine 2 Jahres Tour, können aber auch 5 Jahre werden. Wo wir das alles so hören, meint Markus, daß er sich vorkommt, als würden wir eine Sauerlandtour machen mit unseren 6 Monaten! Auf jeden Fall kommen jede Menge Tips dabei rum und am Abend sitzen wir noch zusammen, nehmen einen Drink und genießen.


Dienstag, 18.08.2015

Heute geht es von "Bran"nach Bulgarien. Wir starten mit einer wunderschönen Strecke durch die Berge. Die Landschaft ist super. Leider sehen wir wieder viele streunende Hunde und ich mit meinem großen Herz komme da nicht so gut drauf klar. Am liebsten würde ich alle mitnehmen aber das funktioniert eben nicht. An der Grenze nach Bulgarien Richtung Varna ist die Hölle los, da die Brücke eine riesige Baustelle ist und somit nur eine Spur zur Verfügung steht. Die Hitze gibt uns den Rest. Wir haben zumindest Glück, daß unsere Seite gerade mit dem Überfahren dran ist, ansonsten würden wir wahrscheinlich eine Stunde warten müssen, bis es weiter geht. Die Brücke ist echt abenteuerlich, so augelatschten Fahrbahnbelag habe ich noch nicht gesehen! Aber auch das ist irgendwann geschafftund wir sehen zu, daß wir erst einmal einige Kilometer raus fahren um uns zu sammeln. Da es schon auf 18:00 Uhr zu geht müssen wir uns um einen Unterkunft kümmern. Es verschlägt uns nach "Iwanowo", wo wir allerdings das gesuchte Guesthouse nicht finden. Wir halten an einem anderen Hotel und "Albena" (so heißt die Betreiberin) als clevere Geschäftsfrau kassiert uns direkt ein. Die Zimmer sind supi und es bleibt nur noch das Problem, die Motorräder sicher unterzustellen. Leider gibt es keinen Hof, der mit Tor verschlossen ist. Aber die Lösung naht! Stellt die Dinger doch einfach in den Flur, ab durch die Tür und gut. Gute Idee aber nicht umsetzbar, da die Ärsche der Motorräder zu breit sind. Durch die Tür fahren ist also gestrichen. Albena und ihr Mann Vasil geben sich alle Mühe, eine gute Lösung für uns zu finden. Es gibt noch ein Haus, ca. 200 Meter entfernt. Das Ende vom Lied: Wir parken die Dinger im Garten! Vasil's Sohn ist zu Besuch und somit sind die Motorräder unter Beobachtung. Ganz wohl ist uns zwar noch nicht aber das wird schon. Jetzt haben wir uns erst einmal ein Bier verdient und das bekommen wir bei Albena, groß und kalt! Wir fragen nach Abendessen und bekommen erklärt, was im Hause ist. Um das Ganze zu verkürzen bitte ich Albena, uns einfach was typisch bulgarisches zu machen, damit sind wir schon zufrieden. Nach dem Duschen bekommen wir eine leckere Platte mit Fleisch seviert, dazu einen großen Salat und wir sind echt begeistert. Am späteren Abend bekommen wir noch Tips, was es Sehenswertes in der Nähe gibt und beschließen, einen Tag länger zu bleiben um morgen ein wenig Sigtseeing zu machen. Wie schon gesagt, Albena ist Geschäftsfrau und gut in dem Job.


Mittwoch, 19.08.2015

Heute steht ein wenig Kultur auf dem Plan, allerdings erst nach dem Frühstück. Vasil stellt uns einen Tisch vor die Tür und so sitzen wir draußen und machen es wie die Bulgaren, schauen, was so los ist auf der Straße. Nach einem typischen Frühstück machen wir uns auf den Weg und starten mit der "Felsenkirche der Jungfrau Maria". Es ist eine kleine Kirche, die 38 Meter über der Straße in den Felsen gehauen wurde. Ihre Fresken stelen die letzten sieben Tage im Leben Christi dar und das Leben Johannes des Täufers. Die Kirche gehört inzwischen zum UNESCO Weltkulturerbe.
Nächster Stopp ist das Felsenkloster in Barsabovo "St. Dimitrij Barsabovski" und ist das einzige tätige Kloster in Bulgarien. Nun geht es in die andere Richtung und dort besuchen wir die mittelalterliche Festungsstadt Cherven. Cherven galt als eines der größten militärisch-administrativen, wirtschaftlichen und kultur-religiösen Zentren des Zweiten Bulgarischen Reiches (12.-14. Jh.) und bildete einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt von der Donau zum Landesinneren. Da es inzwischen schon wieder sehr warm ist, überlegen wir, ob wir uns den Aufstieg antun. Markus bleibt unten an der Snack-Bar und ich tue es mir an. Der Aufstieg beschert mir 233 Stufen und oben angekommen, bin ich fix und foxi! Aber egal, ich hab es ja so gewollt. Nun eröffnet sich eine ganze Ruinestadt und ich lege einen Marathon hin, weil wir ja heute noch ein Ziel haben. Wieder unten angekommen muß ich mich erst einmal etwas erholen, denn ich schwitze aus allen Poren. Markus erklärt mich mal wieder für total bekloppt aber er kennt seine Isa ja. Wenn die sich was in den Kopf setzt hilft keine Diskussion. Auf zum letzten Ziel für heute, die Höhle "Orlova Chuca". Wir marschieren wieder 120 Stufen nach unten und müssen diese unverrichteter Dinge wieder rauf, weil die Höhle schon geschlossen ist. Na gut, dann verschieben wir das auf morgen, liegt eh auf dem Weg. Ab auf die Bikes und zurück zu unserer Gastfamilie. Wir werden wieder sehr verwöhnt und unterhalten uns zwischenzeitlich mit dem Google-Übersetzer, wenn englisch nicht funktioniert. Nachdem wir dann noch ein paar Zigeuner beim Ernten von Walnüssen beobachtet haben, gehen wir zum Duschen und essen anschließend gerne noch einmal das Gleiche wie gestern. Um halb elf dürfen wir auch drin rauchen, weil keine anderen Gäste mehr da sind. Noch ein Bierchen dazu und dann ab ins Bett.


Donnerstag, 20.08.2015

Der Tag beginnt leider mit Dauerregen und wir hoffen, daß es später besser wird. Wir starten gemütlich mit unserem Frühstück, holen anschließend die Motorräder aus dem Garten und packen auf. Während dessen unterhalten wir uns noch mit Albena und Vasil und der Kleine Sohn Viki schwirrt mal wieder hin und her. Nun ist es Zeit für den Abschied, wir machen noch ein paar Fotos, bekommen Tipps wegen der Zigeuner, denn die sind mit Vorsicht zu genießen, sagen die Beiden und los geht es zur "Orlova Chuca". Die Höhle ist eine Natursehenswürdigkeit, die 1941 von einem Schäfer entdeckt wurde. Man weiß, daß dort Höhlenbären gelebt haben und nimmt an, daß in der Kupfersteinzeit auch Menschen dort gewohnt haben. Heute leben dort verschiedene Fledermausarten und von April bis Oktober ist die Höhle mit Führer zu besichtigen. Vom künstlichen Eingang aus gelangt man in den ersten Höhlensaal namens „Konzertsaal“. Dieser wird aufgrund seiner guten Akkustik häufig für Konzerte genutzt. Insgesamt sind 3 km der Höhle beleuchtet und zu besichtigen. Unser Guide sagt uns, daß bereits 15 km erforscht aber nicht zu besichtigen sind und daß keiner weiß, wie groß die Höhle wirklich ist. Es wird weiter geforscht aber ein Ende ist bis dato noch nicht gefunden worden. Anschließend machen wir uns auf nach "Idilevo" zum "MotoCamp Bulgaria". Ein MUSS für jeden Biker! Bis dort hin sind es ca. 130 km und alles läuft ganz gut, bis der Himmel wieder ein anderes blau annimmt und es nicht lange dauert bis zum nächsten Wolkenguss. Wir erreichen rechtzeitig eine Tanke und können wenigstens die Regenkombis überziehen als auch schon ein Gewitter los geht. Es sind nur noch 30 km bis zum Camp, also fahren wir weiter und kommen ziemlich durchgenässt an unserem Ziel an. Wir bekommen gerade noch das letzte Zimmer und sind ziemlich froh darüber. Raus aus den nassen Klamotten, duschen gehen und dann mal sehen, was hier so los ist. Das MotoCamp ist echt klasse, nur Motorradfahrer aus allen Ecken der Erde. Es gibt ein Clubhaus upstairs mit Küche und reichlich Sitzgelegenheiten, einen Kühlschrank mit Getränken und zugehöriger Strichliste. Natürlich kommt schnell ins Gespräch. Zur Zeit ist Besuch aus England, Frankreich, Australien, Amerika, Bulgarien und Deutschland vor Ort. Recht interessanter Mix und die gute Seele des Hauses "Polly" ist auch super. Wir verbringen einen sehr schönen abend im Clubhaus und gehen um halb eins müde in unser Harley-Zimmer.


Freitag, 21.08.2015

Da sich das Wetter heute nicht bessern soll, haben wir gestern schon klar gemacht, daß wir noch einen Tag bleiben. Im Clubhaus wird heute morgen das Frühstück serviert. Anschließend schrauben einige an ihren Motorrädern rum, unter anderem auch "Flo", der gestern abend ebenfalls ziemlich durchnässt hier angekommen ist. Ich entdecke bei "Martin" eine Sitzbank mit Wasserkissen und frage ihn nach seinem Geheimnis. Er hat es mir verraten und nun habe ich auch ein Wasserbett für meinen Popo. Zum Mittag hin hört es auf zu regnen und Markus und Flo beschließen, ein kleines Tourchen zu machen um etwas einzukaufen. Flo hat heute Lust zu kochen. Die Fahrt wird zum Abenteuer, weil die beiden meinen, einen kleinen Feldweg bestreiten zu müssen. Der entpuppt sich dann aber zum Matschpfad und ist eine echte Herausforderung. Ich habe es mir in der Zwischenzeit mit Martin gemütlich gemacht und wir unterhalten uns eine ganze Weile. Martin ist Biker durch und durch. Der gute Mann ist 75 Jahre alt, fährt nur Motorrad und schläft grundsätzlich im Zelt. Die Leute haben ihm den Spitznamen Martin "The Blizzard" gegeben, weil er vor 2 Jahren 1700 km in 48 Stunden abgerissen hat, mit 73 Jahren. Respekt!! Nachdem die Jungs ziemlich verdreckt wieder im Camp eingetrudelt sind lassen wir den späten Nachmittag ruhig angehen und warten auf unser Abendessen. Flo hat echt lecker gekocht und wir geniessen mit Bierchen und Wein. Nachdem es gestern abend sehr spät geworden ist, gehen wir heute etwas früher zu Bett und entscheiden morgen, ob es weiter geht oder nicht.


Samstag, 22.08.2015

Heute morgen gießt es leider wieder wie aus Eimern. Wir machen erst einmal Frühstück und warten etwas ab. Das Wetter scheint sich zu bessern. Pete, der Australier, beschließt aufzupacken und doch heute zu starten, weil er schon seit Montag hier ist. Die Franzosen wollen ebenfalls los und wir packen unsere Klamotten um doch neute noch nach "Batak" zu fahren. Wie soll es auch anders sein..... kurz nachdem wir los sind fängt es wieder an zu regnen und hört die ganze Fahrt auch nicht auf. Flo hat sich uns heute angeschlossen, weil die Richtung stimmt und er ab "Batak" Richtung Serbien fahren will. Am Campinplatz angekommen bauen wir schnell die Zelte auf, legen uns trocken und gehen ins benachbarte Restaurant um etwas zu essen und ein Bierchen zu trinken. Da wir ziemlich kaputt sind, gehen wir relativ früh in die Schlafsäcke und hoffen für morgen auf trockenes Wetter.


Sonntag, 23.08.2015

Heute morgen regnet es mal nicht aber die Sonne ist leider auch nicht da und es ist ziemlich kühl. Der Campingplatz ist wunderschön an einem See gelegen, da es aber keinen überdachten Aufenthaltsplatz hier gibt, wollen wir nicht noch eine Nacht bleiben. Also das übliche Prozedere und gegen 12:00 sind wir startklar. Wir verabschieden uns von Flo und beginnen mit dem Endspurt nach Griechenland. Die Strecke ist wunderschön mit reichlich Kurven und auch einigen Sonnenstrahlen. Wir geniessen die Fahrt richtig. Irgendwann kommen wir in einem Dorf an, wo ein Flohmarkt stattfindet. Der zieht sich natürlich über die Haupverkehrsstraße und es ist ziemlich anstrengend, da durch zu kommen. Das ist in etwa so, als würde man über unseren Vohwinkler Flohmarkt oder das Bleicherfest fahren müssen, Horror! Aber auch das bekommen wir gelevelt und legen kurze Zeit später eine kleine Pause zum erholen ein. Es sind nur noch knappe 100 km bis "Asprovalta" und gegen 17:30 Uhr können wir da sein. Inzwischen sind wir wieder bei 28° und freuen uns auf das kleine Häuschen von unserem Freund Uli und auf meine Zweitfamilie Lambo und Hilde. Das Zeitfenster passt und wir kommen glücklich am Haus an und die Freude ist groß. Wie gehofft, hat Hilde natürlich Abendessen im Ofen und ein kaltes Bier ist auch da. Wir lassen uns verwöhnen, packen so nach und nach ab und genießen es, endlich hier zu sein. Jetzt heißt es erst einmal runterkommen und nach ca. 15.000 km Urlaub vom Urlaub zu machen. In diesem Sinne verabschieden wir uns für einige Zeit und melden uns wieder, sobald wir auf die Motorräder steigen um weiter zu reisen!