Über Weihnachten und Sylvester nach Schottland

 

 

 

Donnerstag, 22.12.2016

 

Heute ist es endlich wieder soweit, der letzte Arbeitstag ist gelaufen und wir bereiten uns auf Schottland vor. Heute abend geht es los Richtung Dünkirchen. Bis dahin wird noch der Wagen gepackt, die Bude aufgeräumt und die Verabschiedung getätigt. Das Schläfchen passte leider nicht mehr rein, schade! Um 22:30 Uhr starten wir durch und nehmen uns vor, am Hafen noch ein wenig zu schlafen, da unsere Fähre erst um 6 Uhr morgens gebucht ist. Doch wir haben Glück und können schon um 4:00 Uhr rüber nach Dover, Pech allerdings für meinen Schlafbedarf. Auf der Fähre gab es dann wenigstens ein Stündchen Augenpflege......besser als nix!

 

 

Freitag, 23.12.2016

 

Trotz Schlafmangel sind wir fit für die Anreise und wollen in Richtung Edinburg. Achtung, Achtung.....Linksverkehr. Man macht sich ja immer erst mal ins Hemd, weil man meint, dass man das mit dem links fahren nicht geregelt kriegt...totaler Schwachsinn. Markus hält gut durch wird aber natürlich irgendwann doch wieder müde. Also Fahrertausch. Ich fühle mich fit und bringe auch noch 400 km aufs Tacho, was uns dann tatsächlich in Edinburg ankommen lässt. Jetzt erst mal einen Schlafplatz suchen und dann abschalten und endlich PENNEN!

 

 

Samstag, 24.12.2016

 

Nach 12 Stunden Schlaf, ich kann es kaum fassen, wird erst mal in Ruhe gefrühstückt und der Tag ein wenig geplant. Ich hatte bereits zu Hause einige Campingplätze angefragt, um vom 30.12. bis 02.01. in der Nähe von Edinburg unterzukommen, weil ich, Isa, unbedingt Silvester hier feiern möchte. Leider alles ausgebucht. Heute fahren wir die Plätze einmal ab um zu fragen, ob schon jemand seinen Platz storniert hat. Wenn nicht, kommen wir irgendwie anders unter. Denn wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe dann hat das zu funktionieren.

 

Nachdem natürlich noch keiner seinen Platz storniert hat, machen wir uns auf den Weg Richtung Aberdeen und nehmen die Halbinsel "Fife" unter die Räder. Die Küstenstrasse ist sehr schön zu fahren und das Wetter spielt auch mit. In "Crail", auch die Perle der Insel genannt, machen wir einen Stopp und schauen uns den kleinen Hafen an, der wohl auch schon so einige Künstler inspiriert haben soll. Auf einem kleinen Kutter wird auch grad noch ein Weihnachtsbaum befestigt, der wahrscheinlich traditionell jedes Jahr angebracht wird. Irgendwie ein kleiner, heimeliger Ort. Als nächstes steht St. Andrews auf dem Programm, welches den ältesten, feinsten und bekanntesten Golfclub Grossbritanniens vorweist. Leider kommen wir nicht dort an, weil es im Moment echt früh dunkel wird und wir noch keinen Campingplatz auf dem Schirm haben. Der tut sich auch leider für diese Nacht nicht auf. Somit fahren wir weiter und verschieben St. Andrews auf den Rückweg. Die nächsten Caravanplätze finden wir in "Monifieth" und haben natürlich kein Glück......beide sind geschlossen. Na ja, verwunderlich ist es ja nicht wirklich so im Dezember!? Da sind kaum noch andere Bekloppte unterwegs. Ich finde es allerdings echt von Vorteil nicht mit den Motorrädern unterwegs zu sein, denn das wäre um diese Jahreszeit noch bekloppter (nicht dass uns das nicht zuzutrauen wäre aber auch ich hab manchmal meine Grenzen!!)

 

Nicht lange gefackelt, parken wir vor dem Caravanpark direkt am Meer und bereiten uns auf unseren Heiligabend vor. Da ich zu Hause schon einiges vorgekocht hatte, war es kein Auftrag, einen gemütlichen Abend hinzuzaubern mit kleinem Weihnachtsbaum, leckerem Essen und ein bis drei Gläsern Rotwein. Ich würde sagen, ein echt schöner Weihnachtsabend in Schottland.

 

 

Sonntag, 25.12.2016

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns wieder auf den Weg und fahren landeinwärts Richtung Whisky-Trail. Die Küstenstrasse weiter zu fahren langweilt inzwischen ein wenig und Aberdeen, grosse Stadt, ist auch nicht so unseres. Grossstädte sollte man als Städtereisen mit Führung buchen, sonst ist das nix für uns. Wir fahren den Glen Clove und landschaftlich ist das dann auch wieder ganz nett. Mit dem Glenshee haben wir dann auch ein Skigebiet erwischt, es ist aber noch fast schneefrei und gut zu fahren. Das leidige Problem der frühen Dunkelheit holt uns heute schon wieder ein aber wir haben Glück und finden einen Campingplatz. Wir dachten, wir hätten Glück. Da erster Weihnachtstag ist, ist die Rezeption natürlich geschlossen. Ein Gast des Platzes ist so nett und macht uns die Schranke auf (eigentlich typisch freundlich für die Schotten) und meint wir sollen uns einen Platz suchen und morgen früh bezahlen. Kein Problem, so kennen wir es ja auch von unserer letzten Schottlandreise. Aber geschissen Kamerad! Der Manager des Platzes hat das mitbekommen und winkte uns heran mit der Aussage, es wäre Christmas day und heute wäre geschlossen, keiner rein und keiner raus. Er öffnete uns die Schranke und komplementierte uns vor die Tür.......wenig christlich. Hab ich hier auch noch nie erlebt. Wenn er denn sowieso schon raus gekommen ist, hätte er uns doch auch stehen lassen können, war das erste Mal, dass wir einen Schotten als unfreundlich empfanden aber egal...weiter gehts. Wir finden eine Platz in Tarland, allerdings ist der Manager ausgeflogen aber wir parken mutig vor der Schranke und harren der Dinge die da kommen. Und sie kommen in Form eines sehr freundlichen Schotten, der uns sofort auf den Platz lässt und mit dem ich im Büro noch einen netten Smalltalk habe, während wir die Anmeldedaten durchziehen. Und weil wir so lange gewartet haben, hat er uns noch 5£ erlassen. Somit war der erste Weihnachtsfeiertag auch gerettet.

 

 

Montag, 26.12.2106

 

Ups, es ist alles weiss da draussen! Fröhlich sind wir aufgewacht. In "Tarland" hat es die ganze Nacht geschneit. Wir organisieren uns und der Plan ist quer zu fahren Richtung Whisky-Trail. Auf dem Weg stellen wir wieder mal fest, dass man nicht planen sollte, denn die Strassen sehen nicht wirklich gesund aus mit dem Schneefall, der immer noch herrscht. Also umdisponieren und doch die freiere Hauptstrasse nach "Aberdeen" nehmen. Dort gab es nicht viel zu sehen aus das "Marischal College" in der Broad Street, 1837 für die Universität als das grösste Granitgebäude der Welt erbaut und aussehend wie eine Kathedrale. Heute ist dort die Stadtverwaltung untergebracht. Trotz unserer Antipathie für Grossstädte bringt Markus mich dorthin und hält in einer Seitenstrasse an, damit ich weningstens ein paar Fotos machen kann. Hier war von Schnee nix mehr zu sehen, strahlender Sonnenschein. Kurz am Meer angehalten und dann weiter über Fraserburgh Richtung Whisky-Trail. Die kleinen Küstendörfer sind echt schön, allerdings macht uns der starke Wind ganz schön zu schaffen. Na ja, uns stimmt ja nicht ganz, ich bin ja nur der Beifahrer, aber schissig war ich trotzdem ein bischen. In "Turriff" finden wir einen schönen öffentlichen Park, an dem keine Verbotsschilder stehen, wo wir uns häuslich für die Nacht einrichten. Das Dorf ist fussläufig zu erreichen und wir schauen mal was geht. Gut, einen Abendspaziergang haben wir gemacht, ansonsten tote Hose im Dorf. Nicht zu vergessen natürlich, es ist zweiter Weihnachsttag! Ok, ein wenig unbefriedigend ist die Ostküste Schottlands schon für uns, vielleicht liegt es an der Jahreszeit oder der Weihnachtszeit....keine Ahnung. Auf jeden Fall brauche ich noch irgendetwas Spannendes oder Historisches sonst krieg ich'n hissie.

 

 

Dienstag, 27.12.2016

 

Unser Übernachtungdplatz war echt klasse, wir haben gut geschlafen und heute morgen sind nur Hundebesitzer unterwegs, also alles entspannt. Nach dem Frühstück maschiere ich zum Teich und füttere die Enten mit trockenem Brot. Man könnte meinen, die wären total ausgehungert, so gierig sind die. Ein oder zwei sind sogar so mutig und kommen rauf zu mir um direkt aus der Hand zu fressen. Es ist zwar kalt aber bei strahlendem Sonnenschein macht das Füttern echt Freude. Nach dem Frühstück steuern wir direkt die Glenfidish-Destillery an, um dort vielleicht eine Führung zu ergattern. Unterwegs machen wir Halt am Huntly Castle, um noch ein bischen kaputte Steine zu gucken. Da es nicht wirklich kalt ist und der Lorenz es gut mit uns meint, ist das schon eine nette Ausszeit. Anschließend straight zur Destillery. Tja, Pech gehabt! Auf Nachfrage erfuhren wir, dass heute noch Weihnachtsurlaub ist und ab morgen erst wieder Führungen statt finden. Manchmal soll es halt nicht sein. Wir fahren den Trail weiter entlang aber alle Destillerien haben heute zu. Ich hab jetzt die Nase voll und Markus und ich sind uns einig: Der Osten ist nicht unser Ding. Sozusagen unspectacular!! Entscheidung getroffen, ab in die Highlands! Etwas außerhalb von "Inverness" finden wir einen Caravan-Park, in dem wir übernachten. Mal sehen, was uns morgen so erwartet. Jetzt wird erst einmal ein Gläschen Whisky getrunken und wir lassen den abend ausklingen.

 

 

Mittwoch, 28.12.2016

 

Über Schlafmangel können wir uns hier nicht beklagen, irgendwie ist es immer dämmerig. Bei gefühlten 7:00 Uhr morgens ist es tatsächlich schon halb neun. Aber wir haben Urlaub und somit ist es einfach egal, wie spät es ist. Wie schon angekündigt, düsen wir heute wieder rauf in die Highlands. Um ein wenig Kultur mitzunehmen machen wir unseren ersten Stop am "Eilean Donan Castle". Die Burg liegt auf einer kleinen Landzunge, die bei Flut zu einer winzigen Insel wird und dann nur noch durch eine steinerne Fußgängerbrücke zu erreichen ist. Der Name der Burg (Donans Insel) weist auf einen keltischen Märtyrer aus dem 6. Jahrhundert hin. Der Weg führt natürlich an Loch Ness vorbei, wo "Nessi" mal wieder nicht zu sehen ist. In "Fort Augustus" machen wir Stop um auf dem dortigen Caravan Park zu nächtigen. Leider ist dieser auch geschlossen und es ist mal wieder umdisponieren angesagt. Erst mal schnappen wir allerdings ein wenig Luft bei einem Spazierganf durch den Ort. Inzwischen ist es schon fast wieder dunkel, dennoch touren wir weiter nach "Fort Williams", in der Hoffnung, dort einen Platz für die Nacht zu finden. Eigentlich können wir ja überall nächtigen aber zwischendurch ist so ein Platz auch schon einmal ganz nett. Im Ort haben wir leider auch kein Glück aber etwas außerhalb, in "Corpach" ist der Linnhe Lochside Holiday Park, der uns herzlich aufnimmt. Wir gönnen uns eine ausgiebige und heiße Dusche und machen es uns in unserem kleinen, motorisierten Haus bequem.

 

 

Donnerstag, 29.12.2016

 

Heute morgen sehen wir erst einmal wo wir genächtigt haben. Der Platz ist sehr schön und liegt direkt am Fluss. Ein Morgenspaziergang hat noch nie geschadet und wir machen uns auf zum Strand. Ein bischen viel Algen dort aber sonst ganz nett. Bis fast zur Spitze kommen wir gut durch, dann ist schluss mit laufen ohne nass zu werden. Aber wir sind weit genug, um den "Ben Nevis" vor die Linse zu bekommen. Leider etwas Nebel verhangen aber schließlich ist ja Dezember. Der "Ben Nevis" ist mit 1344 m der höchste Berg Großbritanniens. Wandern und Mountain-Biking ist hier wohl gern genommen.....aber nicht für uns. Hier wurden "Rob Roy" und "Braveheart" gedreht. Für alle, die noch nicht in Schottland waren ist der "Ben Nevis" ein Muss! Wir haben heute als Endziel "Stirling" auf dem Programm. Unsere Tour führt uns durch schon bekanntes Tarrain: Die Schlucht von "Glen Coe" mit steilen Felswänden rechts und links, ein immer einsamer werdendes Gebiet. Genau hier ist für mich das rauhe aber wunderschöne Schottland. 1692 ereignete sich hier ein Massaker, bei dem der Clan der MacDonalds von den Campbells ausgelöscht wurde. Der Beiname "Das Tal der Tränen" kommt also nicht von irgendwoher. Wir geniessen die Fahrt durch den "Trossach-Nationalpark" und landen am Nachmittag in "Stirling". Hier angekommen fahren wir direkt zum "Stirling Castle", bewundern es aber nur von außen, da es super voll ist und auch nicht mehr all zu lange geöffnet hat. Und um dadurch zu hetzen sind uns 15£ zu schade. Vielleicht beim nächsten Besuch Schottlands. Leider ist es schon wieder dunkel und die Übernachtungsvarianten sind nicht so zahlreich. Das Problem ist, daß man in der Dunkelheit auch schlecht Plätze erspäht, an denen man problemlos übernachten kann. Somit wird mal wieder gesucht und gesucht. Fündig werden wir im nächsten Ort und haben Glück, die Rezeption macht nach uns zu.

 

 

Freitag, 30.12.2016

 

Auch hier erspähen wir den Platz erst heute morgen richtig. "The Woods" so heißt er ist auch sehr gut getroffen. Ein gepflegter Platz mit schönen und vor allem sauberen Sanitäranlagen. Mit Musik duschen war gestern abend schon echt schön..... nach dem Frühstück machen wir uns auf zum "Wallace-Monument" wenn schon nicht das Castle dann aber William Wallace. Durch den Film "Bravehaert" weiß wohl jeder worum es geht. Der Aufstieg kommt dem Wort "Frühsport" ein wenig nahe. Aber wir nehmen die 246 Stufen um den 67m hohen Turm zu erklimmen mit Gelassenheit und genießen, oben angekommen, die weitläufige Aussicht. So, genug Kultur für's Erste, jetzt geht es auf direktem Weg nach Edinburgh, denn wir haben immer noch keinen Campingplatz und wahrscheinlich sieht es auch schlecht aus. Aber aufgeben gilt nicht. Wir steuern direkt noch einmal den "Mortonhall Campsite" an und siehe da, die Hartnäckigkeit macht sich bezahlt. Auf dem Platz ist zwar nix mehr zu machen aber davor gibt es einen Late Night Arrival und dort können wir uns häuslich niederlassen. Über den Tag habe ich mich noch um Tickets für heute und morgen abend gekümmert. Leider habe ich das zu Hause verpeilt, wäre stressfreier gewesen. Andersrum wird es so eben nicht langweilig und wie schon gesagt: Setze ich mir was in den Kopf, dann wird das irgendwie hingebogen und gemacht! Auch hier wird sich meine Hartnäckigkeit auszahlen....hoffe ich zumindest. Mit dem Bus machen wir uns recht schnell, nach häuslich einrichten, auf nach Edinburgh City um die georderten Tickets abzuholen. Um an dem "Edinburghs Hogmanay" teilzunehmen müssen wir die Karten in der Altstadt am Fringe office abholen. Mit Entsetzen stelle ich fest, daß die Schlange zum office um fast die gesamte Kathedrale rum geht. Es ist 16:15 Uhr und um 19:00 Uhr beginnt die "Torch Procession", an der ich auf jeden Fall teilnehmen möchte. Markus hat mit dieser Planung mal nix zu tun und dackelt mir brav hinterher. Wahrscheinlich hätte er bei der langen Schlange schon keinen Bock mehr gehabt, aber nicht mit mir. Dafür kennt er seine "Isa" auch! Bischen Angst hab ich schon auch, daß es ziemlich knapp wird, denn wenn wir die Tickets haben dann müssen wir andernorts noch die Fackeln abholen. Mann o Mann ist das wieder aufregend! Erstaunlicherweise geht es aber ziemlich flott voran, die sind sehr gut organisiert, wir holen unsere Fackeln und marschieren zum Sammelplatz und sind um 17:30 Uhr fix und fertig aber überpünktlich. Jetzt erst einmal ein leckeres Bier, das haben wir uns verdient. Aber auch an ein Bier ist bei so einem Event nicht leicht dran zu kommen. Also ist wieder Hartnäckigkeit angesagt, diesmal am Tresen der überfüllten Kneipe. Über kurz oder auch lang haben wir endlich unser Guiness, Mann schmeckt das guuuuut! Nun ist noch geduldiges Warten angesagt, zwischendruch spielen die Dudelsäcke und die Menschenmenge wird immer größer. Was uns dann erwartet kann ich kaum mit Worten beschreiben. Die Fackellichter reichen bis ins Unendliche, irgendwann können auch wir uns einreihen und mit diesem riesigen Lichtermeer mitlaufen. Wir starten an die High Street, laufen runter zur Princess Street, am Weihnachtsmarkt vorbei (ja, ihr habt richtig gelesen), stellen fest, daß wir eher im vorderen Bereich der Torch Procession mitlaufen, denn hinter uns können wir kein Ende erspähen, und laufen bis zum National Monument rauf um dort mit einem großen Feuer, toller Beleuchtung  und einem super Feuerwerk empfangen zu werden. Gigantisch und totale Gänsehaut! Ich denke, die Fotos sprechen für sich. Wir gönnen uns jetzt noch eine Runde Weihnachtsmarkt und ca. 1 Stunde, nachdem wir unseren Lauf beendet haben sehen wir immer noch Läufer mit Fackeln. Das "Hogmanay" ist hier ein riesiges Straßenfest. Der Weihnachtsmarkt steht noch bis Anfang des neuen Jahres und ist ein Mix aus Kirmes und Markt. Ich freue mich darüber, denn in Wuppertal habe ich es nicht einmal auf den Weihnachtsmarkt geschafft. Um 22:00 sind wir total glücklich und auch fertig und nehmen den Bus nach "Hause". Ich bin echt froh, dabei gewesen zu sein und ich glaube, Markus stimmt dem zu. Morgen gehen wir dann zur Streetparty und feiern ins neue Jahr hinein. Bin gespannt..........

 

 

Samstag, 31.12 2016

 

Heute lassen wir es erst einmal ruhig angehen mit gemütlichem Kaffetrinken, anschließendem ausgiebigem duschen und faulenzen. Ich nehme mir die Zeit, um die letzten Tage auf "Papier" zu bringen. Es ist doch einigermaßen Zeit aufwendig das Erlebte oder nicht Erlebte in einem netten Text zusammen zu fassen. Ich hoffe, daß es mir bei dieser Reise auch wieder gelungen ist. Wie immer bin ich für Kritik und auch Lob sehr dankbar.

Um halb vier sind wir warm eingepackt und machen uns auf den Weg zur Bushaltestelle. Leider regnet es im Moment und wir hoffen, daß sich das Wetter zum Besseren für den Abend ändert. Die Busverbindungungen hier sind echt genial, die Preise einfach zu merken, weilsie nicht so bescheuert gestaffeklt sind wie bei uns in Wuppertal. Erwachsene zahlen 1,60£, Kinder 0,80£ pro Fahrt und fertig ist. Oder man nimmt ein Tagesticket für 4,00£ und kann so oft hin und her fahren wie man lustig ist. Jedenfalls ist der Mortonhall Campsite eine gute Ausgangsposition für die besichtigung von Edinburg, in ca. 40 Minuten ist man in der Princess Street und kann problemlos alles erreichen. Auch wir sind nun in der Stadt angekommen und sind platt, wie gut hier alles organisiert ist. Die letzten Vorbereitungen für die Streetparty sind in vollem Gange und wir schlendern ein wenig durch die Gegend. Regnen tut es leider immer noch, aber egal, da müssen wir halt durch. Ab 19:00 Uhr ist Einlass in die abgesperrte Zone und so langsam füllt es sich. Bis 21:00 Uhr tut sich allerdings noch nichts, doch dann gibt es ein erstes Feuerwerk, was die Party starten lässt! Heißt: auf allen 4 Bühnen startet die Livemusik bzw. legen DJ's auf. Man kämpft sich den ganzen abend über die Meile, von einer Bühne zur nächsten und von einem Stand zum anderen. Zwischenzeitlich hat der Wettergott sich überlegt den Regen abzustellen und damit es warm wird, gönnen wir uns auf dem Weihnachtsmarkt einen Glühwein. Stündlich gibt es ein kleines Feuerwerk, was ich persönlich als gar nicht so klein empfinde. Die Menschenmassen hier sind alle gut drauf und manche sind jetzt schon hochachtungsvoll aber alles ist entspannt. Es ist unglaublich, dass bei dieser Menschenmenge alles ruhig abläuft. Wir gönnen uns noch ein Bierchen und einen Burger und geniessen die Party. Es macht riesig Spass und ich bin froh, mich durchgesetzt zu haben. Allerdings ist es auch eine anstrengende Sache, da ma den ganzen abend auf den Beinen ist und Sitzgelegenheiten keine da sind. Sollten wir Wiederholungstäter werden, dann kommen wir auch erst um neune abends hier an, das reicht voll und ganz. Aber beim ersten Mal weiß man ja noch nicht, was einen so erwartet also ist man lieber früher am Ort des Geschehens als zu spät, typisch deutsch eben! So langsam naht das Finale und wir suchen uns eine Platz, an dem wir recht mittig unterhalb der Burg stehen, um das Feuerwerk geniessen zu können. Ich glaube, man muss das erleben um mitreden zu können. Das "Hogmanay" ist ein Festival der besonderen Art und ich bin hier echt überfordert, euch das Gefühl, die gute Laune und die Gänsehaut zu vermitteln, die beim Sylvesterfest hier herrscht. Es ist soweit und alle brüllen den Countdown.......das Feuerwerk startet.......und WOW, ich bin überwältigt und könnte heulen vor Freude. A happy new year everybody! Wir geniessen noch eine Weile die Eindrücke und machen uns dann auf um einen Bus zu erreichen. Die Busse fahren heute Nacht alle umsonst, damit jeder sicher nach Hause kommt. Das ist eine echt nette Geste der Stadt! Leider kommen wir nicht problemlos aus der Partymeile raus, weil irgendwo ein Punkt ist, an dem sich die Leute knubbeln und es kein vor und auch kein zurück gibt. Also nicht panisch werden, ruhig atmen, immer einen festen Stand haben und nicht die Hand von Markus loslassen. Es wird schon werden. Hinter mir wird ein Mädel panisch....das ist nicht gut!! Auf ne Panik kann ich echt verzichten, die Leute drücken und schieben und ziehen und ich versuche ganz ruhig zu bleiben. Genau so kommen wir über kurz oder lang durch den Knubbel durch und können wieder frei atmen. Entspannt laufen wir zur Bushaltestelle, an der leider eine dreiviertel Stunde später immer noch kein Bus gehalten hat. Ich höre von anderen Gästen, dass durch die Umleitungen wohl erst an der nächsten Haltestelle Chancen bestehen und wir machen uns auf den Weg, haben Glück und sitzen um 2:00 Uhr endlich total erschöpft und auch durchgefroren im Bus. In unserem Camper gönnen wir uns dann noch einen Glühwein zum Abschluß, lassen den Abend revue passieren und fallen glücklich in die Betten.

 

 

 

 Alles in allem war es ein gelungener und superschöner abend, den Knotenpunkt mal raus genommen. Aber bei so vielen Menschen auf einem Fleck ist das, glaub ich normal, dass so etwas vorkommen kann. Es ist ja nichts passiert!

Das "Edinburghs Hogmanay" ist auf jeden Fall eine Reise wert

 

 

Sonntag, 01.01.2017 bis Dienstag 03.02.217

 

Heute haben wir erst mal bis 11:00 Uhr geschlafen und machen uns nun so langsam fertig um wieder durchzustarten. Wir peilen Dover an und fahren an der Küste entlang, um vielleicht noch ein bischen was zu sehen. Wir kommen nur bis Whitby, irren wie immer im Dunklen durch die Gegend, um einen Schlafplatz zu finden. Die Prozedur dauert mal wieder geschlagene 2 Stunden, dann finden wir eine Farm mit angrenzendem Platz. Die Rezeption ist bereits geschlossen, also stellen wir uns auf eienen Pitch und klären alles andere morgen früh.

 

Nach dem Kaffee marschiere ich direkt zur Rezeption um die Formalitäten zu klären und treffe dort auf ein sehr nettes Ehepaar, denen die Farm gehört und mit denen ich noch ein ausgiebiges Quätschken halte. Sie wünschen uns eine gute Reise und wir nehmen die letzten 500 Meilen Richtung Dover in Angriff. Auf den Höhen liegt bei knackigen 1° etwas Schnee, der aber schon gut weggefahren ist. Der Rest des Tages läuft sehr unspektakulär ab, den es werden nur Meilen abgerissen um kurz vor Dover eine letzte Nacht zu verbringen. Nach einer ausgiebigen Dusche und danach Nudeln mit Tomatensoße und einem (können auch drei gewesen sein...) Whisky gehen wir schlafen und haben morgen noch 6 Meilen bis zum Hafen.

 

Es ist knackekalt aber strahlend schönes Wetter, die Fahrt zum Hafen und der check-in laufen reibungslos. Ich sitze gerade hier an Bord und bringe diese letzten Sätze zustande. Der Urlaub ist nun leider schon wieder vorbei. Es war wunderschön, mal eine neue Erfahrung im Dezember in Schottland zu sein. Im Winter sitzt man allerdings ziemlich früh und somit ziemlich lang auf kleinem Raum zusammen. Da kann es schon einmal zu kleinen Spannungen kommen, weil ich angenervt bin.....meistens schreie ich Markus dann an, er solle die Klappe halten und mich 5 Minuten in Ruhe lassen, dann ist wieder alles gut....kommt in den besten Familien vor, haha!

 

 

Und was sagen wir immer?!: Nach der Reise ist vor der Reise

 

In diesem Sinne wünschen wir euch einen guten Start im neuen Jahr, viel Gesundheit, Erfolg und Freude, bis zum nächsten Bericht von der Front

 

liebe Grüße

 

Isabel und Markus